Kontakt zu bestätigten Corona-Fällen

Realschule schon am Montag geschlossen

Die Realschule Bonndorf bleibt bereits am Montag geschlossen. Grund: Zwei Personen aus der Schulgemeinschaft hatten direkten persönlichen Kontakt zu bestätigten Corona-Fällen.

BONNDORF UND UMLAND. Die Realschule im Bildungszentrum Bonndorf bleibt bereits am Montag, 16. März, geschlossen. Dies teilte Rektor Felix Lehr am Samstag mit. Die Schule hat am Samstag Kenntnis davon erhalten, dass zwei Personen aus der Schulgemeinschaft direkten persönlichen Kontakt zu bestätigten Corona-Fällen hatten. "Auf Grund dessen haben wir uns dazu entschlossen, die Realschule im Bildungszentrum Bonndorf schon am heutigen Montag zu schließen", so Felix Lehr.

Realschulrektor informiert
Landesweit werden die Schulen und Kindergärten erst am morgigen Dienstag geschlossen. Nach Rücksprache mit dem Gesundheitsamt und der daraufhin ausgesprochenen Anordnung der Ortspolizeibehörde (Bürgermeister Michael Scharf) sei man an der Realschule Bonndorf aber überein gekommen, die Schließung vorzuziehen, um weitere Kontakte auszuschließen. Nach Aussage des Gesundheitsamtes in Waldshut seien aber keine weiteren, die Schule betreffenden Maßnahmen zu ergreifen. Auch sei keine häusliche Quarantäne angeordnet worden, so der Realschulleiter. Felix Lehr bittet alle Betroffenen, sich im Laufe des heutigen Montags auf der Schulhomepage (http://www.bzbonndorf.de über das weitere Vorgehen zu informieren. Nach derzeitigem Stand werde man vornehmlich über E-Mail-Kontakt Schülerinnen und Schüler mit Lernmaterialien versorgen.

Zwei Lehrkräfte positiv getestet
Wie das Landratsamt mitteilte, wurde jeweils eine Lehrkraft in der gewerblichen und in der kaufmännischen Schule in Waldshut positiv auf das Coronavirus getestet. Aus diesem Grunde bleiben die Gewerbliche und die Kaufmännische Schule in Waldshut ebenfalls bereits am Montag geschlossen und nicht erst – wie geplant – am Dienstag. Die bestätigten Coronafälle waren dem Gesundheitsamt am Samstag, 14. März, gemeldet worden. Daraufhin wurde sofort reagiert. Schüler und Lehrer werden um Kenntnisnahme gebeten. Wie immer in solchen Fällen, so die Info des Landratsamtes, werden weitere Abklärungen gemacht.

Nach Informationsstand am Sonntag bleiben die weiteren Schulen wegen der Corona-Pandemie ab Dienstag bis (zunächst einmal) nach Ostern geschlossen, auch die Türen der Kindergärten bleiben zu. Für Härtefälle werden für die Jüngsten Sondergruppen eingerichtet. Der Rektor der Bonndorfer Realschule gab bekannt, dass es auch am Bildungszentrum Bonndorf eine Notfallbetreuung der Schülerinnen und Schüler geben wird.

Anordnung des Landes
Um zu verhindern, dass weitere Menschen an dem Coronavirus erkranken und um die Infektionskette zu unterbrechen, hat Baden-Württemberg Vorkehrungen getroffen. Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Kultusministerin Susanne Eisenmann haben angeordnet, dass alle Schulen im Land spätestens von Dienstag, 17. März, bis nach den Osterferien (Sonntag, 19. April) geschlossen werden. Die Unterrichtszeit am Montag soll genutzt werden, um Vorkehrungen für die Zeit der Schulschließung zu treffen und die Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern zu informieren. "Die Verwaltung steht in engem Kontakt mit der Schulleitung und der Kindergartengeschäftsführung. Die Eltern wurden sowohl vom Kindergarten als auch von der Schule entsprechend informiert", erläuterte Grafenhausens Bürgermeister Christian Behringer. In Bonndorf fand eine "Krisensitzung" mit den beteiligten Erzieherinnen und Pädagogen statt, in der das weitere Vorgehen besprochen wurde. In einem Schreiben an alle Bürgermeister hat der Städte- und Gemeindetag Baden-Württemberg mitgeteilt, dass Prüfungen und Abschlüsse dieses Schuljahres gewährleistet bleiben sollen. Eine Berücksichtigung der Sondersituation bei den Benotungen wurde von der Ministerin angedeutet.

Weitere Konsequenzen
Die Schließungsverfügung für Schulen und Kindergärten erstreckt sich im Übrigen auch auf das Schulschwimmen", sagte Grafenhausens Bürgermeister Christian Behringer im Gespräch mit der BZ. An dieser Stelle sei angemerkt, dass nach den Worten des Rathauschefs der Sozialminister bestätigt habe, dass Schwimmbäder generell der Schließung unterliegen sollten. Dies wurde in Grafenhausen bereits umgesetzt: Das Hallenbad "Blubb" und das Schwarzwaldhaus der Sinne bleiben vorerst geschlossen. Sowohl im Kindergarten als auch in der Schule werden "Notfallgruppen" eingerichtet.

Antrag auf Notfallbetreuung
Die Realschule Bonndorf bietet während der Schulschließung eine Notfallbetreuung für Kinder der Klassenstufen 5 und 6 an. Eltern und Erziehungsberechtigte wurden in einem Rundschreiben informiert. Eltern, die einen Beruf ausüben, der zur Aufrechterhaltung der "kritischen Infrastruktur" gezählt wird, haben Anspruch auf eine Notfallbetreuung des Kindes über den gesamten Zeitraum der Schulschließung, heißt es in dem Schreiben. Zur "kritischen Infrastruktur" zählen Berufe im Gesundheitswesen (medizinisches und pflegerisches Personal, Hersteller von für die Versorgung notwendigen Medizinprodukten), Berufe, die der Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung, ein-schließlich der nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr (Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz), dienen, Berufe, die die Sicherstellung der öffentlichen lnfrastruktur (Telekommunikation, Energie, Wasser, ÖPNV, Entsorgung) sowie die Lebensmittelbranche gewährleisten.

Die Notfallbetreuung gilt für die reguläre Unterrichtszeit, ein Unterricht wird, so der Rektor, aus Fairnessgründen den anderen Kindern gegenüber nicht stattfinden. Die Kinder werden während der Präsenzzeit in der Schule das tägliche Pensum der Aufgaben bearbeiten, wie alle anderen Kinder auch. Zusätzlich sind künstlerische, musische und sportive Angebote möglich, so der Realschulleiter. Grundvoraussetzung sei dabei, dass beide Eltern/Erziehungsberechtigten der Schülerinnen und Schüler (im Fall von Alleinerziehenden der oder die Alleinerziehende), in Bereichen der eben genannten "kritischen lnfrastruktur" tätig sind. In dem von der Schule verschickten Rundschreiben an die Eltern ist ein Antrag auf Notfallbetreuung angehängt.

Krisensitzung im Landratsamt
Am Montag treffen sich nach BZ- Informationen Rathauschefs des Kreises im Landratsamt zu einer Krisensitzung mit Landrat Martin Kistler. Thema wird dabei sicherlich die Schülerbeförderung sein. Schließlich sollte auch gewährleistet sein, dass die Kinder zu den angebotenen Notfall-Betreuungsstandorten kommen. Je nach Einschätzung vor Ort kann die Betreuung in einer zentralen Einrichtung erfolgen; dies sei jedoch nicht zwingend. Angesichts der sich dynamisch entwickelnden Lage sei davon auszugehen, dass sich auch der Beförderungsverkehr zu Kindertageseinrichtungen und in manchen Bereichen der Schülerverkehr den sich ändernden Gegebenheiten anpassen müsse.

Verbreitung verhindern
"Auch wenn das Rathaus noch geöffnet ist, sollten sich Besucher nach Möglichkeit vorher telefonisch anmelden", so Bürgermeister Christian Behringer aus Grafenhausen. Aufgrund der aktuellen Entwicklungen und dem ungewissen Verlauf des Coronavirus (Covid 19) soll auch der Besucherverkehr in den Rathäusern eingeschränkt werden. In Grafenhausen werden die Bürgerinnen und Bürger gebeten, sich zunächst telefonisch oder per Mail im Rathaus zu melden, bevor sie sich persönlich auf den Weg ins Bürgerbüro oder ein anderes Amt im Rathaus machen. "Wir möchten dem Virus und der möglichen Verbreitung vorbeugen", so Bürgermeister Christian Behringer.

Absagen im Landkreis
In Abstimmung mit den Vorsitzenden der Kreistagsfraktionen hat Landrat Martin Kistler bereits am Freitag die für kommenden Mittwoch vorgesehene Kreistagssitzung abgesagt. Auch der geplante Besuch von Ministerpräsident Winfried Kretschmann Ende März im Landkreis Waldshut findet in Abstimmung mit dem Staatsministerium nicht statt und wird auf einen noch zu bestimmenden Termin verschoben.

Hotlines: Die Realschule Bonndorf informiert über die Homepage: http://www.bzbonndorf.de Im Rathaus Grafenhausen können sich Bürger unter Tel. 07748 520–0, oder E-Mail: rathaus@grafenhausen.de melden. Das Landratsamt hat ebenfalls eine Bürgerhotline eingerichtet unter: Tel. 07751/ 865151. Die Hotline ist auch am Samstag und Sonntag von 9.30 Uhr bis 16 Uhr besetzt.
von Wilfried Dieckmann und Juliane Kühnemund
am So, 15. März 2020 um 15:29 Uhr

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