Leichtathletik

Rekord und Endorphine: So lief der 13. Freiburg Marathon

Über 10.000 Teilnehmer sind beim 13. Freiburg Marathon an den Start gegangen. Die Sonne schien, die Atmosphäre war toll und Lokalmatador Benedikt Hoffmann brach den Streckenrekord.


Marathon-Gesichter aus Freiburg

Erschöpft, aber glücklich haben die meisten Läuferinnen und Läufer das Ziel erreicht. Um ihre Emotionen einzufangen, haben wir die Sportler unmittelbar nach dem Rennen fotografiert.

Gehaltenes Versprechen
Er hat tatsächlich Wort gehalten. Bereits Anfang des Jahres hatte der Berufsschullehrer aus Titisee-Neustadt angegeben, den Streckenrekord angreifen zu wollen. In beeindruckender Manier hat Benedikt Hoffmann Taten folgen lassen. Mit 2:23:02 unterbot er den bisherigen Rekord von Bastian Franz (2:24:46) aus dem Jahr 2012 um anderthalb Minuten. "Nach dem Halbmarathon war mir klar, dass ich es schaffen kann", berichtete ein hochzufriedener Hoffmann nach seinem Rekordlauf. Bereits nach einer Stunde und zehn Minuten hatte er die Hälfte der Strecke absolviert (nachzulesen im BZ-Liveticker).

"Eigentlich zu flott", wie er später gestand. Schneller war auf die 21 Kilometer des Halbmarathons zudem nur der Eritreer Mohamednur Hamd, der mit 1:08:50 vor Omar Tareq (1:11:31) und Felix Köhler (1:12:15) gewann. "Dass ich hinten raus stark bin, wusste ich", verriet Hoffmann seine Taktik, die voll aufging. Mit beeindruckenden 16 Minuten Vorsprung auf den Zweiten Ulrich Benz (2:39:50) kam der Berufsschullehrer ins Ziel. Benz hat den Marathon bereits drei Mal gewonnen. "Dieses Jahr wollte ich eigentlich nur starten, um meinen 20. Marathon voll zu machen", freute sich der Ohlsbacher umso mehr über den Podestplatz. Dritter wurde der Aalener Simon Wagner (2:42:22).

Bekannte Siegerin

Auch bei den Frauen war der Marathon eine deutliche Angelegenheit. Mit acht Minuten Vorsprung holte sich Svenja Mann (3:02:05) ihren zweiten Titel nach 2014. "Ich wollte hier unbedingt gewinnen, alles andere war egal", gestand die frisch gebackene Mutter nach ihrem deutlichen Sieg. Auf den Plätzen folgten Vorjahressiegerin Ann-Katrin Hellstern (3:10:10) und Vorjahresdritte Miriam Köhler (3:13:42). Den Halbmarathon konnte Veronica Clio Hähnle-Pohl (1:18:51) vor Betina Steiger (1:23:36) und Diana Müller (1:25:00) für sich entscheiden. (Fotos)

Tempomacher
Mit großen Fahnen und Richtzeiten auf dem Rücken sorgten auch dieses Jahr wieder zahlreiche Pace-Maker dafür, dass die Sportbegeisterten ihre Ziel-Zeiten verwirklichen konnten. "In Freiburg ist immer eine tolle Atmosphäre, das ist ein Testlauf vor phantastischen Publikum", verriet Pace-Maker David Mild, warum er bereits das vierte Mal die Zeiten beim Freiburg Marathon für andere Teilnehmer "vorrennt."

Laufend Integrieren
Bürgermeister Ulrich von Kirchbach wollte mit Pathos nicht sparen. "Ein wenig wie Weihnachten und Ostern gemeinsam", umschrieb von Kirchbach den Lauf, an dem er bereits zum wiederholten Male teilnahm. Er lief in einer der Staffeln der Aktion "Laufend integrieren." In diesem Zusammenhang waren über 80 Geflüchtete in die Organisation und Veranstaltungsbetreuung des Lauf-Events integriert. In mehreren Staffeln starteten zudem Geflüchtete, die in etlichen Lauftreffs an das Niveau des Halbmarathons herangeführt worden waren.

Initiiert hatte das verbindende Event das DRK Freiburg um Leiter Wolfgang Schäfer-Mai und Marathon-Veranstalter Gernot Weigl. Das Motto der Aktion stehe sinnbildlich für die "Daueraufgabe der kommenden Jahre. Wir wollen das gemeinsam mit der Zivilgesellschaft angehen", so Kirchbach. (Fotos)

Von Anfängern . . .
Auch dieses Jahr nahmen wieder über 10 000 Teilnehmer am Traditionsevent teil. Weniger als die letzten Jahre, als rund tausend Begeisterte mehr an den Start gegangen waren. "Für den Zeitpunkt mitten in den Schulferien trotzdem eine tolle Zahl", freute sich Veranstalter Weigl und Bürgermeister Kirchbach ergänzte: "Das ist ein Volksmarathon." Grund genug zwei der Starter genauer zu betrachten. Für den Freiburger Stefan Seeher war es die erste Teilnahme am Freiburg Marathon. Der 26-jährige Politik- und Englischstudent lief lange Zeit auf Kurs zu seinem persönlichen Ziel von dreieinhalb Stunden. Doch in Mitte von Runde zwei zwickte plötzlich das Knie. "Dann wollte ich es unter vier schaffen." Gesagt, getan, am Ende überschritt Seeher mit 3:52:31 auf Platz 311 das Ziel und freute sich: "Es war eine riesen Stimmung an der Strecke." (Fotos)

. . . und Routiniers
Ähnlich erging es einem der größten Routiniers des Events. Für Michael Nothstein aus Bad Krozingen war es nicht nur die 13. Teilnahme am Freiburg Marathon, sondern gleichzeitig der 50. Marathon der Karriere. "Ich bin dafür schon vier dieses Jahr gelaufen", so der 59-jährige, der gestand, den Lauf wie immer zu schnell angegangen zu sein. Letztlich schaffte er den Marathon in starken 4:44:00.

Außergewöhnlich ruhig
Im Vorfeld hatten die Veranstalter besonders die angekündigten hohen Temperaturen Sorge bereitet. Es wurde nicht ganz so warm und Dieter Brodmann vom Roten Kreuz konnte verkünden: "Es war außergewöhnlich ruhig." Unter 100 Patienten hätte man behandelt - im Wesentlichen Kreislauf-Störungen oder muskuläre Probleme.

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von Jakob Schönhagen (Text) Falko Wehr, Roland Pfeiffer (Video)
am So, 03. April 2016 um 20:44 Uhr

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