SC-Stadion in Freiburg

Rothaus steigt nicht bei der Freiburger Stadion-Gesellschaft ein

Die landeseigene Brauerei macht nun doch keine stille Einlage in die Stadion-Gesellschaft – dabei sollte das Unternehmen neben Stadt und Sportclub eigentlich dritter Partner bei der Finanzierung werden.

Die Badische Staatsbrauerei Rothaus wird nun doch nicht in die Stadion Freiburg Objektträgergesellschaft (SFG) einsteigen. Rothaus sollte neben Stadt und Sportclub dritter Partner werden und sich mit einer stillen Einlage von 12,8 Millionen Euro am neuen SC-Stadion beteiligen. Die Summe übernimmt nun der SC. Er fahre damit besser, weil er das Geld am Kapitalmarkt zu günstigeren Konditionen bekomme, heißt es. Ein Vorteil ist auch, dass der Sportclub dann bei der Suche nach einem Caterer freier ist.

77 Millionen Euro kostet der reine Stadionbau ohne Erschließung. Finanziert werden die Kosten von der Stadion-Gesellschaft. Die Stadt bringt das 12 Millionen Euro teure Grundstück als Sacheinlage ein, der SC eine Einlage von bis zu 20 Millionen Euro. Es gibt einen Investitionszuschuss des Landes. Was noch fehlt, wird über ein Darlehen finanziert, dessen komplette Kosten später dann der Sportclub über seine Pachtzahlungen trägt.

Ein zusätzlicher Baustein sollte die Rothaus-Einlage von 12,8 Millionen Euro sein, die 2019 gebucht werden sollte. Derzeit liegt das Geld noch als stille Einlage bei der Objektträgergesellschaft Neue Messe OTG – und dort soll es nun erst einmal auch bleiben. Die Verträge laufen bis 2022. Der Deal kam vor dem Bau der Neuen Messe noch unter Alt-OB Rolf Böhme und Brauereichef Norbert Nothhelfer zustande. Bei der Messe-Finanzierung ging es bekanntlich eng zu – deswegen waren die Millionen aus dem Hochschwarzwald hochwillkommen. Das Geschäft war auch mit der Bierlieferung und mit den Werberechten verbunden.

Die landeseigene Brauerei bekommt die Einlage zu einem Satz verzinst, der für Staatsanleihen gilt. Der Zinssatz wird alle fünf Jahre angepasst. Die Messe überweist pro Jahr eine sechsstellige Summe gen Hochschwarzwald.

Vor knapp vier Jahren war der Transfer der stillen Einlage fürs Stadion bekanntgegeben worden. Damals hieß es, Rothaus bringe sich damit in die Pole-Position, wenn es um den Bierliefervertrag für die neue Arena gehe. Im Schwarzwald-Stadion wird Rothaus ausgeschenkt, seit 2005 ist die Brauerei Premiumsponsor des Sportclubs. Offenbar verspricht sich der Verein bessere Bedingungen bei der Suche nach einem Caterer fürs neue Stadion, wenn die Brauerei nicht an der Stadiongesellschaft beteiligt ist.

Seit 2005 ist die Brauerei Premiumsponsor beim SC

Finanziell stellt sich der SC wohl sogar besser. "Angesichts der Bedingungen am Markt gehen wir davon aus, dass es günstiger wird", sagt Reinhard Zähringer, einer der Geschäftsführer der Stadion-Gesellschaft SFG. So sieht es auch Oliver Leki, Vorstand des SC Freiburg: Aufgrund der günstigen Kapitalmarktsituation und der positiven Einnahmeentwicklung beim SC könne auf die Rothaus-Einlage verzichtet werden. Ein weiterer Vorteil für den SC bietet sich durch das Umswitchen auf ein Darlehen. Anders als eine Einlage kann der Kredit nach und nach getilgt werden.

"Wir haben uns hierzu sehr offen mit der Rothaus AG ausgetauscht. Der SC und Rothaus pflegen seit vielen Jahren eine sehr enge und vertrauensvolle Partnerschaft", so Leki. Bei der Brauerei im Hochschwarzwald spricht man ebenfalls von einem ganz normalen Vorgang. Dass es nicht zu einer Rothaus-Beteiligung komme, müsse nicht bedeuten, dass in der neuen Arena ein anderes Bier ausgeschenkt werde, so ein Insider.

Für das neue Stadion beginnen in diesen Tagen die Erschließungsarbeiten am Freiburger Flugplatz. Der Gemeinderat soll am 24. Juli den Grundsatzbeschluss für den Bebauungsplan treffen. Der Spatenstich ist für Anfang 2019 geplant. Zuletzt war man davon ausgegangen, dass der SC in der Saison 2020/21 an den neuen Standort im Freiburger Westen umziehen kann.

von Joachim Röderer
am Sa, 07. Juli 2018 um 10:38 Uhr

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