Auftrag

Sägerei aus Münstertal zimmert Papstbänke

Sägewerksbesitzer Karl-Wilhelm Gutmann aus Münstertal hat von der Erzdiözese Freiburg einen großen Auftrag erhalten: Gewünscht werden 5000 "Papstbänke". Die benötigte Holzmenge stammt von rund 500 Bäumen.

Die Bänke sollen den Gottesdienstbesuchern auf dem Flugplatzgelände am letzten Septemberwochenende für jeweils mehrere Stunden eine Sitzgelegenheit bieten. An der Idee und der Verwirklichung des Sitzmöbels war Sägewerksbesitzer Karl-Wilhelm Gutmann entscheidend mitbeteiligt. Die Bänke werden gefertigt aus Tannen- und Fichtenholz, das durchweg aus den kommunalen, staatlichen und privaten Wäldern des Schwarzwaldes kommt. Jede Bank – fünf Meter lang, mit 35 Zentimeter tiefer Sitzfläche und 16 Zentimeter stark – bietet Sitzgelegenheit für bis zu 20 Personen, meint Gutmann. Summa summarum ergibt das bei 5000 Bänken ein maximales Sitzplatzangebot für rund 100 000 Besucher.

Der Säger und Holzfachmann bezieht in den ihm erteilten Auftrag mehrere seiner Berufskollegen im ganzen Schwarzwald mit ein. Rund 2000 Bänke werde er in der eigenen Sägerei in Münstertal-Rotenbuck anfertigen, zusägen und hobeln. Die übrigen 3000 Bänke, da ist sich Gutmann sicher, werden trotz derzeitiger Sommer- und auch Betriebsferien fristgerecht bis Mitte September von Sägewerken im Großraum Freiburg geliefert.

Die für die 5000 Bänke benötigte Holzmenge beziffert Gutmann auf rund 1300 Kubikmeter, entsprechend rund 2500 Festmeter. Diese Holzmenge, die rund 500 schlagreife Bäume liefern können, liegt zum allergrößten Teil schon auf dem Boden als Holzvorrat in den umliegenden Holzsägereien, sagt Gutmann. Es müssen also wegen des Papstbesuchs keine 500 Bäume sterben, zumal im Übrigen die für die Bänke benötigte Holzmenge in Baden-Württemberg in rund fünf Stunden nachwächst.

Private und kommunale Waldbesitzer können derzeit noch direkten Kontakt mit Sägewerksbesitzer Gutmann aufnehmen, wenn sie an der Lieferung von Tannen- oder Fichtenstammholz für die "päpstlichen" Sitzbänke interessiert sind – oder gar spenden wollen. Auch die Erzdiözese unterstützt mit Holz aus eigenen Waldungen das Bank-Projekt und weist damit auf die Bedeutung einer nachhaltigen und verantwortungsvollen Waldwirtschaft im Schwarzwald hin. Dieser Gedanke wird und soll auch nach dem Papstbesuch weiterleben, wenn die mit päpstlichen Weihen versehenen Bänke weiter veräußert werden – primär in die Pfarrgemeinden der Erzdiözese.

"Papstbänke" in Verbindung mit Nachhaltigkeit haben auch die Rundfunk- und Fernsehmedien auf den Plan gerufen. Diese werden am heutigen Mittwoch vor Ort in Münstertal-Rotenbuck sein, um sich von Sägewerksbesitzer Karl-Wilhelm Gutmann die Herstellung der Papstbänke erklären zu lassen.

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von Manfred Lange
am Mi, 10. August 2011 um 11:03 Uhr

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