Seit 50 Jahren dem Auto verbunden

Autohaus Rieger aus Rickenbach feiert einen runden Geburtstag / Schübligfest ausgefallen, aber gespendet wird trotzdem.

RICKENBACH. Ein rundes Jubiläum feiert das Autohaus Rieger in Rickenbach dieses Jahr: Es besteht schon seit 50 Jahren. Familie Rieger hätte diesen Geburtstag auch gerne mit dem traditionellen Schübligfest gefeiert. Schon vor zwei Wochen ahnte sie aber, dass Corona dem ein Strich durch die Rechnung machen würde und sagte das Fest ab. Die traditionelle Spende aber will Familie Rieger trotzdem machen. Dieses Jahr kommen die First Responder aus Rickenbach in den Genuss von 1000 Euro.

Jedes Jahr richtet Familie Rieger in ihrem Autohaus das Schübligfest aus. Dabei werden den Besuchern die Neuheiten der Mitsubishi- und Suzukifahrzeuge sowie der Honda-Motorgeräte, die dort vertrieben werden, präsentiert. Das Fest vergangenen Sonntag aber haben Rolf und Claudia Rieger, die das Autohaus betreiben haben, bereits vor zwei Wochen abgesagt.

"Die Gesundheit unserer Kunden steht im Vordergrund", sagt Rolf Rieger. Bis zu 800 Besucher kommen in der Regel aus umliegenden Gebieten, der Schweiz, dem Wiesental und der Gegend nahe dem Feldberg. Während des Festes seien den ganzen Tag über immer bis zu 300 Personen in geschlossenem Raum, weswegen erhöhte Ansteckungsgefahr bestehen würde. "So habe ich das mit meinen 55 Jahren noch nie erlebt, aber wir sind froh diese Entscheidung frühzeitig getroffen zu haben", sagt Rolf Rieger.

In der Regel unterstützt das Autohaus anlässlich des Festes immer die lokalen Vereine mit einer Spende. Davon lassen sich Riegers aber auch von Corona nicht abbringen. Dieses Jahr sind die "First Responder" des Ortes ausgewählt worden. Sie sind eine Gruppierung des DRK Ortsvereins, die als Ersthelfer ausgebildet sind um Notfallhilfe zu leisten, erläutert der stellvertretende Bereitschaftsleiter Alexander Sieber.

Die Spende über 1000 Euro setzt sich aus dem Wetteinsatz eines Jass-Abends der privaten Runde von Rolf Rieger, Klaus Keller, Rainer Albiez und Gerhard Neugebauer und einer Spende des Autohauses zusammen. Den Betrag werden die First Responder hauptsächlich für neue Ausrüstung nutzen, so Sieber. Die ehrenamtliche Gruppierung finanziert sich ansonsten von Blutspende-Aktionen, wobei der nächste Termin am 6. April in Willaringen stattfindet. Im letzten Jahr beispielsweise ging sie an die freiwillige Feuerwehr Rickenbach.

Das Autohaus Rieger wurde vor 50 Jahren von Roland Rieger und dessen Frau Gertrud als Kraftfahrzeug-Reparaturwerkstätte gegründet. Ein zweites Standbein wurde 1974 mit dem Vertrieb von Schneefräsen aufgebaut. 1981 wurde das Autohaus Vertragshändler von Mitsubishi und begann sechs Jahre später auch mit dem Vertrieb und Reparatur von Honda- Motorgeräten. Seit 2006 wird zudem Vertrieb und Reparatur von Suzuki-Fahrzeugen betrieben.

Seit 1985 ist der heutige Betreiber Rolf Rieger im elterlichen Geschäft tätig. 1990 machte er seine Meisterprüfung und übernahm das Autohaus 2005 gemeinsam mit seiner Frau Claudia. "Autofahren konnte ich schon mit acht Jahren", erzählt der 55-Jährige. Er sei von Kind auf mit Herz und Seele im Autohaus dabei gewesen. Die Arbeit mache ihm bis heute noch großen Spaß, wobei er vor allem den Umgang mit den Kunden schätze.

Zusammenhalt der Familie als Schlüssel zum Erfolg

Das Autohaus Rieger versucht nach eigenen Angaben, immer mit der Zeit zu gehen. Rolf Rieger nennt sich selbst einen Pionier der Elektromobilität. Seit Mitsubishi 2011 das erste Vollelektroauto auf den Markt gebracht hat, wurde es auch bei den Riegers in Rickenbach vertrieben. Fünf Jahre später allerdings nimmt Mitsubishi genau dieses Fahrzeug namens i-MiEV vom deutschen Markt. Seither vertreibt auch das Autohaus nur noch Plug-In-Hybride, also Fahrzeuge, die am Stromnetz, als auch über den Verbrennungsmotor geladen werden können.

Die Betriebsphilosophie liegt unverkennbar im Familienzusammenhalt als Schlüssel zum Erfolg. Claudia Rieger kümmert sich bereits seit 25 Jahren um die Angelegenheiten im Büro. "Ein großer Rückschlag war, als meine Mutter 2007 im Alter von 59 Jahren unerwartet verstorben ist", erzählt Roland Rieger. Sie sei durch und durch eine Geschäftsfrau gewesen und habe ein großes Loch hinterlassen. Gerade deshalb aber sei der Familienzusammenhalt und die Mitarbeit seiner Frau Claudia so wichtig für den Betrieb.

Mit dem achtzehnjährigen Sohn Florian gibt es bereits die Hoffnung, dass das Autohaus in Zukunft an die dritte Generation weitergegeben wird. "Das ist aber noch ungewiss und wir lassen uns überraschen, was die Zukunft bringt", meint Claudia Rieger.
von Sara Göhring
am Do, 19. März 2020

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