Trainingskurs

Selbstversuch: Wie fährt man spritsparend Auto?

Gas drosseln und den Schwung nutzen – so fährt man spritsparend Auto, heißt es. Doch da muss es doch noch mehr Tipps geben. BZ-Mitarbeiterin Anja Schaub machte den Selbstversuch beim BUND-Umweltzentrum Ortenau.

LAHR. "Spritsparend Autofahren" hieß ein Trainingskurs, den das BUND-Umweltzentrum Ortenau in Lahr veranstaltet hat. Von Fahrtrainer Karl-Helmut Pauli haben die Teilnehmer Tipps für ein umweltschonendes und spritsparendes Fahren erhalten.

Gespannt fahre ich zum verabredeten Treffpunkt – ein Kurs in spritsparendem Autofahren erwartet mich. Mein Trainer ist Karl-Helmut Pauli vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat. Er arbeitet schon sehr lange als Fahrtrainer und hat einmal eine Fahrschule besessen. Zu Beginn fragt er mich, ob ich denn eine Ahnung hätte, wie man umweltschonend fährt. Ich versuche, mich krampfhaft an meine Zeit in der Fahrschule zu erinnern, doch da das schon eine Weile her ist, fällt mir eigentlich nur eines ein: "Auf jeden Fall frühzeitiges Schalten, zwischen 2000 und 2500 Umdrehungen", antworte ich.

Das sei auf alle Fälle ein wichtiger Punkt, lobt mich Karl-Helmut Pauli, denn das zu späte Hochschalten sei der häufigste Fehler bei Autofahrern. Ich bin froh, dass ich mich wenigstens noch an etwas erinnern konnte. Doch nun geht die Trainingsfahrt los. Pauli setzt sich auf den Beifahrersitz und wir fahren vom Vogelsee aus in Richtung Innenstadt. Es ist Tempo 100 erlaubt und ich gebe erst einmal richtig Gas. "Sie sehen doch das rote, runde Schild da vorne", sagt Karl-Helmut Pauli. Es zeigt 70, aber wir sind noch fast 300 Meter davon entfernt. "Jetzt können Sie das Gas schon wegnehmen. So kann man Schwung und bereits aufgebaute Energie nutzen." Ich gehe also vom Gas runter, muss mir aber insgeheim eingestehen, dass ich normalerweise bis kurz vor der Geschwindigkeitsbegrenzung Gas gegeben und dann abgebremst hätte.

Vorausschauendes Fahren, frühes Gas wegnehmen und so wenig Bremsen wie möglich, sei ganz wichtig beim Spritsparen, betont Pauli, zum Beispiel auch beim Heranfahren an rote Ampeln. Dann passieren wir das Ortsschild von Lahr. Ich nehme, wie gerade gelernt, schon einige Meter vorher das Gas weg und schalte dann in den dritten Gang. "Sie können bei Tempo 50 ruhig im fünften Gang fahren." Ungläubig schaue ich zu meinem Trainer, schalte aber brav in den fünften Gang. Ich schaue auf den Drehzahlmesser, die Nadel steht bei 1500 Umdrehungen pro Minute. "Moderne Motoren erlauben niedrigtouriges Fahren", erklärt der Experte, "und halten Sie etwas mehr Abstand zu dem Fahrzeug vor Ihnen." Das erweitere den Handlungsspielraum und man habe mehr Entscheidungsfreiheit, auch so lasse sich Sprit sparen.

"Sie können bei Tempo 50 ruhig im fünften Gang fahren."

Fahrlehrer Karl-Helmut Pauli
Ein großer Fehler sei zum Beispiel auch das Warmlaufenlassen des Motors im Winter, erklärt mir Stefan Kamm vom BUND-Umweltzentrum Ortenau, der während meiner Trainingsstunde auch mitgefahren ist. Verlegen gebe ich zu, das auch schon gemacht zu haben. Ich nehme mir aber fest vor, dass diesen Winter nicht mehr zu tun, während ich das Eis von den Scheiben kratze. "Sie fahren auf jeden Fall nicht hektisch und haben schon einige Spartipps verinnerlicht", bescheinigt mir Trainer Karl-Helmut Pauli zum Schluss.

Und ich bin froh, nicht ganz schlecht abgeschnitten zu haben. In Zukunft will ich noch viel mehr auf spritsparendes Fahren achten und die Tipps von Karl-Helmut Pauli umsetzen. Auf dem Heimweg fange ich schon mal damit an: Ich schalte bei niedrigen Drehzahlen, nehme frühzeitig den Fuß vom Gas und halte genügend Abstand zum Auto vor mir.
von Anja Schaub
am Do, 08. Oktober 2009 um 06:04 Uhr

Badens beste Erlebnisse