Die Verkehrswacht Lahr bietet spezielle Seminare an

Sicher mobil bleiben auch im Alter

Die Verkehrswacht Lahr bietet Seminare für Menschen über 50 Jahre an, um ihr Wissen über Verkehrssicherheit aufzufrischen.

LAHR. "Mobil bleiben, aber sicher" heißt das Motto der Verkehrswacht Lahr, wenn es um Aufklärung der Verkehrsteilnehmer jenseits der 50 Jahre geht. Für die jungen Alten bietet derzeit Vorstandsmitglied Siegfried Mußler kostenlose Seminare zur Verkehrssicherheit an. BZ-Mitarbeiter Wolfgang Beck hat einen Aufklärungsunterricht mit 16 Teilnehmern in den Gewerblichen Schulen besucht.

Siegfried Mußler ist in seinem Element: Der zweite Vorsitzende der Verkehrswacht Lahr hat sich zum Moderator für Verkehrssicherheit der älteren Generation ausbilden lassen. "Mobil bleiben, aber sicher" heißt das Aktionsprogramm, mit dem sich die Verkehrswacht als ältester Bürgerinitiative Deutschlands der Zielgruppe "Best Ager" zuwendet – so nennen Gesellschaftsforscher, Mediziner und Industrie Menschen von 50 J ahren und älter. Für Mußler sind die sogenannten jungen Alten immer noch dynamisch und agil, darüber hinaus spontan und mobil. "Aber auch in großem Maße neugierig", sagt der frühere Gewerbeschullehrer. Vor ihm sitzen 13 Senioren und drei Seniorinnen, die sich freiwillig für das Seminar angemeldet haben. Sie wollen ihre Kenntnisse in Verkehrssicherheit auffrischen. Unter ihnen sind zahlreiche Mitglieder des Lahrer Turnvereins, die sich in Riegenstärke dem Kurs angeschlossen haben. Mobilisiert und sensibilisiert hat sie Horst Schlenk, Mitglied der Männerriege II im TV Lahr und Ehrenmitglied der Verkehrswacht. Nach kurzem Plausch der Teilnehmer beginnt das Seminar, das zwischen 90 und 120 Minuten dauert.

Siegfried Mußler kommt ohne Umschweife zum Hauptziel: "Die Mobilität der Verkehrsteilnehmer solange wie nur möglich zu sichern und zu erhalten." Um dies unfallfrei zu gewährleisten, sei eine stetige Aufklärung notwendig. "Situationsbewältigung" heißt das Stichwort, zu dem Mußler zahlreiche Beispiele an der Projektionswand anführt. Ob zu Fuß, mit dem Auto, Motorrad oder Fahrrad – für alle komme es darauf an, die neusten Verkehrszeichen und Gesetze der Straßenverkehrsordnung zu kennen. "Ich fahre selbst ganz anders Auto, seit ich diese Seminare halte", bekennt der Moderator.

An diesem Seminartag hat sich Mußler besonders den Radfahrern angenommen. Themen wie das Fahren mit Helm werden angesprochen, Rad- und Fußwege sowie das Fahren im Pulk auf öffentlichen Straßen. Mußler bezieht auch die aktuellen Verkehrsverhältnisse in Lahr ein und kommt mit den Teilnehmern zur Überzeugung, dass es in Lahr wie anderswo eigentlich viel zu viele Verkehrsschilder gibt. "Es ist ein Unding, was alles vorgeschrieben wird", meint Mußler und führt den Schilderwald für Radfahrstreifen, Schutzstreifen, Einrichtungsradwege bis hin zum gemeinsamen Geh- und Fahrweg an.

Dass beim Fehlverhalten als Radfahrer auch der Führerschein-Entzug droht, überrascht dann die Senioren doch. Mußler macht auf Irrtümer aufmerksam, zum Beispiel wenn man glaube, dass es beim Fehlverhalten als Radfahrer keine Punkte in Flensburg gebe. Mit 1,6 Promille auf dem Fahrrad sei sogar der Führerschein weg. Am Ende führt Mußler die Teilnehmer in die Kfz-Werkstatt und zeigt an den Fahrzeugen, wie die Reifenprofile beschaffen sein müssen, damit das Auto noch als verkehrssicher gilt.

Kontakt: Verkehrswacht Lahr, zweiter Vorsitzender Siegfried Mußler, Tel. 07821/76273.

von Wolfgang Beck
am Sa, 16. Juli 2011

ZAHLEN UND DATEN

Unfallstatistik: 18-bis 24-Jährige verunglücken mit dem Auto dreimal häufiger als Fahrer Im Rentenalter.

Vergleich: Die heute 50- bis 64-Jährigen sind, verglichen mit denen vor zehn Jahren, in ihrer Freizeit aktiver: 29 Prozent fahren Rad, zehn Prozent unternehmen Autotouren.

Selbsteinschätzung: Laut einer repräsentativen europäischen Studie wolle sich jeder zweite 60-Jährige bereitwillig einer Untersuchung der Fahrtüchtigkeit unterziehen.  

Autor: wob

Badens beste Erlebnisse