Sie halten den Marathon am Laufen

Marathon in Freiburg, Kilometer 16: Mitglieder und Gäste der Christengemeinde sorgen für die Verpflegung – und haben Spaß.

Zum zehnten Mal Marathon in Freiburg – und viele Helferinnen und Helfer sind wie selbstverständlich jedes Mal dabei. In der Wallstraße, bei Kilometer 16 zum Beispiel: Da halten Mitglieder der Christengemeinde Freiburg mit Wasser, Bananenstücken, Iso-Drinks, Power-Gel und lautstarker Unterstützung die Veranstaltung am Laufen.

Klack. Klack. Klack. So klingt es, wenn die Läuferinnen und Läufer die leergetrunkenen Wasserbecher in der Wallstraße von sich werfen. Für die Helfer der Christengemeinde ist das der Soundtrack zum Marathonlauf. Sie sind – schon zum zehnten Mal – mit 50 Gemeindemitgliedern und Gästen angerückt, um an der Strecke mitzuhelfen. "Wenn wir können, machen wir das gerne. Wir haben ja auch Spaß dabei", sagt Gabi Zimpfer, die zusammen mit ihrem Mann Hans-Peter die Gemeinde leitet. Der allerdings kann nicht helfen – er läuft heute selbst mit.

Am Sonntag Morgen gegen zehn waren sie alle da, diesmal dick verpackt in Daunenjacken, über die sie neongrüne Helferanoraks gezogen haben. Haben die Biertische zwischen Marienstraße und Holzmarkt aufgestellt und bestückt: An dem einen Verpflegungsstand gibt es Wasser in Plastikbechern, an den anderen isotonisches Getränk – abgefüllt aus blauen Kinderbadewannen –, Bananenstückchen, kleine Packungen mit Power-Gel. "Power-Gel, das ist eine Premiere. Vorher gab’s Müsliriegel. Aber Kauen und Atmen...", sagt Roland Brender und lacht. Zusammen mit Hans Moser organisiert er den Verpflegungsposten an Kilometer 16. Ganz vorn, wo die ersten Läufer um die Ecke biegen werden, steht die Sonderverpflegung: Flaschen, deren Inhalt sich die Läufer selbst zusammengemischt haben. Um elf ist alles fertig, aufgefüllt, vorgerichtet. Dann heißt es warten.

"Jetzt geht’s los", schreit jemand. Um 11.52 Uhr sprintet der erste Läufer mit der Startnummer 8315 vorbei – unfassbar unangestrengt. Es ist der spätere Halbmarathonsieger Gian Luca Borghesi. Dann kommen die nächsten, "Wasser, Wasser", ruft einer, und auf einmal ist die Wallstraße voll. KlackKlackKlackKlackKlack, Plastikbecher fliegen durch die Luft. Ganz vorn reckt Helferin Sarah den anbrandenden Läufern Wasserbecher entgegen und kommt kaum nach. Weiter hinten will sich ein Läufer ein Bananenstück schnappen, lässt es fallen, "Mist". Egal, weiter. Routiniert kicken die Helfer leere Becher an den Rand, Kinder stürzen sich drauf und stecken sie in Plastiksäcke. "Heike, hilfst du bei der Bananengruppe?" Bananen in drei Stücke hauen, Becher füllen, Gel-Packs bereitlegen, schneller, schneller. Hochbetrieb an den Verpflegungsständen, volle Konzentration – nur Gabi Zimpfer wartet noch kurz mit der Kamera auf ihren Mann.

Währenddessen zieht der ganze Marathonlauf in der Wallstraße vorbei. Die erste Frau erscheint um 11.59 Uhr, "Frauenpower!" brüllen sie am Verpflegungsstand. Rote, blaue, gelbe Laufshirts, eine wogende Masse, aus der einzelne hervorstechen. Männer mit Bollenhüten, Männer in Schottenkilts, Männer im Dirndl. Ein blinder Läufer, geführt von einem sehenden. Einer trägt ein Plakat: "Noch 97 Tage. I love you!" Einer im gelben Ganzkörperanzug, Atomkraft nein Danke. Und alle, die vorbeikeuchen, schnappen sich Becher und Bananen, pfeffern Gel-Packs fort – und gar nicht wenige finden noch die Zeit, sich bei den Leuten hinter den Verpflegungsständen kurz zu bedanken.

"Hier an den Ständen und bei den Streckenposten haben wir schon alles erlebt", sagt Roland Brender. "Einmal war’s richtig heiß, da wurde es happig, und in diesem Jahr ist die Baustelle auf dem Rotteckring das Thema."

Zwei Dinge bleiben immer gleich: Am Ende sind die Helfer nass und die Straße sieht aus – na, "ein echter Saustall", sagt Brender. Und trotzdem sind alle froh, dass es wieder geklappt hat. Gegen 15 Uhr fangen sie dann an, die ersten Biertische zusammenzuklappen. Doch zu Ende ist der Sonntag noch lange nicht: Um 17 Uhr lädt die Christengemeinde zum Gottesdienst nach Lehen.
von Simone Lutz
am Mo, 08. April 2013

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