Themenweg bei Waldkirch

Silbersteig Suggental

Tipp für Familien: Der neue Themenweg Silbersteig in Waldkirch-Suggental.

Der heute recht kleine Ort Suggental mit rund 370 Einwohnern hat eine bis weit ins Mittelalter reichende Bergbaugeschichte. Bereits im 10. und 11. Jahrhundert wurde dort im Schatten des 1241 Meter hohen Kandels nach Silber-, Blei-, Kupfer- und Eisenerz gegraben. Dem widmet sich der neue Themenweg Silbersteig, der in Suggental neu eröffnet wurde.

Auf zwei miteinander kombinierbaren Rundwegen kann den Spuren des Bergbaus im Suggental gefolgt werden. Der untere Weg, rund um die heutige Ortslage, führt über 5,7 Kilometer (Gehzeit etwa zwei Stunden) bis hinauf zum heutigen Besucherbergwerk und zur ehemaligen Sakristei auf dem Friedhof.

Für den oberen Weg braucht man mehr Ausdauer: Knapp 15 Kilometer und 533 Höhenmeter führen bis zur Ruine der Schwarzenburg und zum Urgraben, einem insgesamt 22 Kilometer langen mittelalterlichen Kanal (Gehzeit etwa fünf Stunden).

Unterwegs trifft man immer wieder auf Zeitzeugen des früheren Bergbaus, die auf sechs Informationstafeln erläutert werden. Geschaffen hat sie Andreas Mack, der bei einer Werbeagentur arbeitet, sich aber zudem als Mitglied der Bergbauforschergruppe Suggental bestens mit der Materie auskennt.

Wanderer erfahren deshalb auf dem Silbersteig viel Wissenswertes über den Aufstieg und Untergang der einst ergiebigen Erzgruben. Das Revier durchziehen Erzgänge aus Schwerspat und Hornsteinquarz, von denen rund um Suggental noch zahlreiche Reste zeugen.

Der Grund gehörte damals den Schwarzenbergern, die Gruben wurden von Freiburger Patriziergeschlechtern betrieben. Der Abbau der Erze war so ergiebig, dass eine kleine Stadt entstand, von der es hieß, eine Katze könne von der Elz bis zum obersten Hof im oberen Suggental auf den Dachfirsten gehen. Eine Katastrophe, vermutlich ausgelöst durch Dauerregen oder ein Erdbeben, überschwemmte den Ort 1288 mit einer Lawine und flutete die Gänge der Gruben. Eine Sage vom "sunken Tal" spricht von einem göttlichen Strafgericht für die hochmütig gewordenen Einwohner. Davon zeugt eine Tafel bei der Dorfkirche Mariä Heimsuchung.

Einen Eindruck, wie hart die Arbeit der Bergleute (oft Kinder!) im Mittelalter unter Tage war, kann man sich bei einer Besichtigung des Bergwerks machen etwa beim Stollenfest zum Tag des offenen Denkmals im September oder nach Voranmeldung. Die ehrenamtlich tätige Forschergruppe hat mit großer Ausdauer Gänge freigelegt und begehbar gemacht.

Aber auch abseits dessen sind weite Teile des Suggentals heute noch von Stollen und Abbauspalten unterhöhlt. Den "Silbersteig" zu erwandern, heißt daher auch, immer schön auf dem Weg zu bleiben – aus Sicherheitsgründen, aber auch zum Schutz dieses Kulturdenkmals und der Natur. Familien mit Kindern finden auf einer umgestalteten Freizeitanlage mit Spielplatz weitere Anknüpfungspunkte zum Thema Bergbau.

von sre
am Mi, 16. Mai 2018

INFO

Mögliche Startpunkte sind am Ortseingang Suggental an der Straße Waldkirch/Denzlingen sowie am Wanderparkplatz Bürliadamshof. Kontakt für Führungen im Bergwerk:
info@silberbergwerk-suggental.com  

Autor: bz

INFO

Sinnesweg: Der Sinnesweg führt über 1,1 Kilometer vom Stadtrainsee zum Baumkronenweg. 25 Stationen wecken die Neugier auf Wald und Natur.

Baumkronenweg: Über breite Holzstege geht es barrierefrei in Baumwipfelhöhe. Hängebrücken des Abenteuerpfads, ein Barfußweg und die Riesenröhrenrutsche machen das Abenteuer komplett.

Ritterweg: Neun Ritterfiguren stehen am Ritterweg zur Kastelburg, der nahe des Waldkircher Bahnhofs am Heitereweg beginnt. Dabei erfahren Kinder und Erwachsene Wissenswertes über das Ritterleben, zum Beispiel dass allein Helm, Schwert, Schild und Lanze den Wert von 15 Kühen hatten.

Fischlehrpfad: 16 Schautafeln entlang der Elz zwischen Stadtsäge und Galgenbrücke informieren auf zwei Kilometer Länge über die Elz und deren Fische.

Weinlehrpfad: Am Bahnhof Buchholz beginnt und endet der 4,5 Kilometer lange Weinlehrpfad durch den Buchholzer Rebberg. Gehzeit etwa 1,25 Stunden. Je 80 Höhenmeter auf- und abwärts. Der Waldkircher Stadtteil gehört zum Breisgauer Anbaugebiet. Anschaulich werden auf dem Lehrpfad die Arbeit der Winzer und die unterschiedlichen Rebsorten erklärt.

Wanderwegenetz/
Zweitälersteig:
Ein mehr als 800 Kilometer großes Wanderwegenetz mit zehn zertifizierten Wanderwegen bietet im Elz- und Simonswäldertal hervorragende Wandermöglichkeiten. Das Zweitälerland ist als Qualitätsregion "Wanderbares Deutschland" ausgezeichnet. Der Zweitälersteig führt über 106 Kilometer und 4000 Höhenmeter. Broschüren geben Tipps für Etappen und Interessantes am Weg.

Historischer Gebäuderundgang: Überall im Stadtkern von Waldkirch und im historischen Stiftsbezirk informieren Schilder an den Häusern über deren Geschichte. Ein Faltblatt bei der Tourist-Info fasst alle beschriebenen 36 Punkte zusammen und zeigt sie auch in einem Stadtplan.

Infos: http://www.stadt-waldkirch.de  

Autor: bz


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