Stadtmauer

Stadtmauer

Obgleich an zahlreichen Stellen der Stadt noch Reste der alten Stadtmauern zu erkennen sind, ist die Geschichte dieser Anlagen nur bruchstückhaft bekannt. Unklar ist zunächst einmal, ob dem ersten Mauerring bereits eine massive Befestigung des Gewerbekanals vorausging, die vor der Stadtgründung die Vorburg schützte. Der dann um 1279 erbaute erste Mauerring verlief auf der Rückseite der südlichen Häuser der Kirchstraße sowie der nördlichen Häuser der Mühlgasse und ist teilweise in den Gebäuden noch vorhanden. Sichtbare Reste dieser Mauer befinden sich in der westlichen Kreuzstraße in der Sparkassentiefgarage, bei der Stadtmühle und am Roßplatz. Der Bau des zweiten Mauerrings ist nicht genau datierbar, er wird für die Zeit um 1320 vermutet. Er erweiterte die Stadt um 120 Meter nach Norden, dort verlief er zwischen den Häusern 6 und 8 der Markstraße. Sichtbare Reste dieser Mauer befinden sich in der Krämergasse. Der dritte und letzte Mauerring wurde (vermutlich) um 1470 (vielleicht auch vorher) gebaut. Er verlief südlich der Turmstraße und ist dort noch mit einem Wehrturmrest zu sehen. Die dritte Mauer wurde zum größten Teil als Doppelanlage mit dazwischen liegendem Zwinger erbaut, die älteren Mauern hatten einen vorgelagerten Wassergraben. Im Zuge der baulichen Verdichtung in der Stadt wurden bes. im 18. Jahrhundert zahlreiche Gebäude bis an die Mauern heran gebaut und nutzten diese (samt durchbrochenen Fenstern und Türen) als Hauswand. Ab den 1780er Jahren wurden Teile der Graben- und Maueranlagen von der Stadt, teilweise im Umfeld der Burg auch von der Herrschaft an Privatleute verkauft, die sie überbauten. Auch die Stadt nutzte die Gräben für die Stadterweiterung (etwa Alleestraße). Die Funktionen der Stadtmauer waren vielfältig. Zunächst einmal definierte sie (rechtlich) einen Stadtraum, der Zoll-, Gebühren- und Steuererhebung überhaupt erst ermöglichte und den Rechtsraum "Stadt" vom Umland deutlich abgrenzte. Darüber hinaus diente sie dem Schutz der Bewohner vor Räuber- und Diebesbanden und – wenn auch nachrangig – dem militärischen Schutz der Stadt.

von tmi
am Mi, 28. April 2010


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