Leo-Wohleb-Sanierung

Staubaustelle in Freiburg – Waldkirch sperrt gleichzeitig Tunnel

Die Leo-Wohleb-Baustelle und das damit verbundene Verkehrschaos in Freiburg und Umgebung rücken näher. Jetzt könnte die Basler Straße doch zum Ventil werden – und Waldkirch zum Pfropf für Ausweichverkehr.

Das Garten- und Tiefbauamt will die Basler Straße doch öffnen und die Anliegerregel aufheben – testweise in der zweiten Woche. Die Planer setzen vor allem auch auf weiträumige Umfahrung. Waldkirch sperrt gleichzeitig seinen Tunnel und wird zum Nadelöhr mit Staugarantie. Die beiden Baustellen sind nicht koordiniert. Die Behörden sehen keinen Zusammenhang.

Mit den Sommerferien beginnt die dringende Sanierung von Leo-Wohleb-Brücke und -Straße. Schon jetzt warnen Schilder vor dem Stau, mit dem auf der B 31 von Ost nach West gerechnet wird. Denn die Stadtdurchfahrt wird einen Monat lang auf eine Spur verengt, zwei Monate auf zwei; die B-31-Tunnel sind die ganze Bauzeit nur einspurig befahrbar.

Um so wichtiger werden Ausweichstrecken, doch die sind in der Stadt rar. Eine wäre Tal- und Basler Straße, aber für Letztere wollte der Verkehrsausschuss des Gemeinderats die Anlieger-Regelung nicht aussetzen. Die ist aber für den Leiter des Garten- und Tiefbauamts nicht tabu. "Alle Optionen, die helfen, würde ich ziehen", sagte Frank Uekermann. Zwar glaubt er, dass die Öffnung den Stau nicht merklich reduziert, dennoch will er sie ausprobieren. Der Plan: In der ersten Woche bleibt sie für den Durchgangsverkehr zu, in der zweiten wird sie geöffnet und in der dritten anhand des Vergleichs entschieden. Die Waldseestraße soll geschlossen bleiben, außer nach SC-Spielen, für Rettungseinsätze und Müllabfuhr. Die Schützenallee ist für Notfälle reserviert. Die Kartäuserstraße wird offen sein, aber schnell verstopfen.

Umsteigen hilft

Die Planer hoffen, dass viele Autofahrer im Osten auf Bahn, Tram und Rad umsteigen oder Freiburg weit umfahren. Da erscheint es ungewöhnlich, dass zeitgleich der Waldkircher Tunnel saniert und die B 294 durchs Elztal gekappt wird. Beide Baustellen sind lange geplant. "Sie sind nicht abgesprochen", bestätigt das Regierungspräsidium. Zwar gebe es Austausch über die Projekte rund um Freiburg, sagte RP-Sprecher Matthias Henrich. "Aber der Tunnel ist zu weit weg, als dass jemand einen Zusammenhang gesehen hätte." Den sieht auch das GuT nicht: Die Hauptausweichstrecke sei das Glottertal. Aber wenn das verstopft, können Autos über den Kandel oder Simonswald kurven und landen im Elztäler Stau. Beide Behörden betonen, sie müssen in den verkehrsärmeren Ferien bauen; beide warnen vor den Baustellen über Verkehrsfunk und Straßenschilder.

"Wir nehmen’s als Herausforderung", sagte Wolfgang Pfefferle, Betriebsleiter der Spedition Dischinger. Für deren Laster ist das Glottertal zu eng. "Die müssen durch Freiburg." Da sie nachts fahren, sieht Pfefferle kein großes Problem. Für die kleineren Transporter tagsüber schon. "Da müssen wir schauen."

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von Simone Höhl
am Fr, 12. Juli 2013 um 19:30 Uhr

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