Sternchen für die Topinambursuppe

Beim Badenova Energiebuffet schmeckt’s "Gut Badisch".

LAHR. "Gut Badisch" ging es zu beim herbstlichen Energie-Buffet der Badenova im Bauberatungszentrum (BBZ). Mit Gaumenfreuden und Ohrenschmaus aus dem Ländle verwöhnten Vater und Sohn Wolfgang und Andreas Miessmer die Gäste im Mussler-Kulinarium. Moderator Uwe Baumann, Karin Huber von der Brennerei Fies, Markus Mleinek vom Weingut Heger und ein flinkes sechsköpfiges Team sorgten zudem für Wissenswertes, für Unterhaltung und Wohlbefinden der Gäste.

Das Prinzip des Kochs der Köche, Auguste Escoffier, ein Gericht, wenn es denn gelungen sei, gleiche dem harmonischen Zusammenspiel einer Symphonie, hat sich auch Andreas Miessmer zu eigen gemacht. Die Begrüßungshäppchen – Schwarzwälder Miniwähe, Schneckensüpple und Ochsenmaulsalat, dazu ein 2010er Heger Muskat-Ottonel trocken – machten Appetit auf mehr und die Begrüßung vom Leiter des Servicecenters, Ralf Jannusch, tat ein übriges, die Erwartung steigen zu lassen.

Schon die Vorspeise – Topinambursüppchen mit Kalbsbries- und Blutwurstravioli zum 2010er Heger Weißburgunder oktav Kabinett – verrät den Träger der Goldenen Kochmütze. Dazu gibt’s ein edles Tröpfchen Mirabellenwasser und für den, der mag, ein weiteres Schlückle ins Süpple. Eine gute Grundlage ist geschaffen, sich der anderen Art von Genüssen zu widmen, die das alemannische Urgestein, der Muettersproch-Gesellschafter, Wolfgang Miessmer, bereithält. Für die aufwändige Zubereitung des Hauptgerichts – Kasseler unter der Brezelkruste mit Sauerkrautstrudel und Kümmeljus – braucht der Koch jetzt Unterstützung, und er findet fachkundige Assistenten in Mathias Nikolay, Vorstand der Badenova und Heinrich Dixa, dem Bürgermeister von Ringsheim. Bei einem 2009er Vitus Spätburgunder Barrique trocken und den spritzigen Einlagen von Uwe Baumann wird auch den Gästen die Zeit nicht lang, die sich weniger für die Zubereitung als für das Ergebnis interessieren.

Ein weiteres Schmankerl hält Wolfgang Miessmer bereit mit Liedern aus dem Allgemeinen Deutschen Kommersbuch, dessen Erstausgabe 1858 den Verlag Moritz Schauenburg deutschlandweit bekannt machte. Auch Friedrich Hecker wird gedacht, dem Baden nicht nur eine Revolution, sondern auch die reblausresistente Amerikanerrebe verdankt.

Erstaunlich, mit welchem Appetit das Dessert erwartet wird, das mit Kartäuserklößen auf Quittenbirnenkompott und Walnuss-Eis zu einer milden Ihringer Winklerberg Muskateller Spätlese alle Erwartungen erfüllt, wenn nicht übertrifft.

In bester Stimmung wird abschließend das Badnerlied geschmettert, bevor es ans Verteilen der Sterne geht. Keine ganz leichte Entscheidung, doch bleibt das Topinambursüppchen klarer Sieger des Abends.
von Jutta Fichtner
am Di, 04. Oktober 2011

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