Stoesser-Fischer-Haus

Stoesser-Fischer-Haus

Das Stoesser-Fischer-Haus (Kaiserstraße 37) wurde ab 1783 von dem Lahrer Baumeister Johann Menhardt und nach dessen Tod ab 1788 bis 1790 von dem Maurer- und Steinhauer Johann Georg Heinzler aus Barr (Elsass) mit Hilfe Straßburger Steinmetze für den Schnupftabakfabrikanten Johann Jacob Hugo gebaut. Es überspannt die ehemaligen Stadtmauern samt dazwischen liegendem Zwinger. Das Haus im "Zopfstil" oder "Rokokoklassizismus" bildet ein herausragendes Beispiel großbürgerlicher Architektur des späten 18. Jahrhunderts und zeigt den starken Einfluss Straßburger Architektur in jener Zeit. 1859 kam das Haus in den Besitz Johann Heinrich Stoessers, der hier die Tuchgroßhandlung Stoesser-Fischer betrieb. Sein Sohn Ernst Otto Stoesser heiratete 1861 die Berliner Verlegerstochter Adelheid Reimer, wodurch sich die Verkehrskreise der Familie Stoesser deutlich erweiterten. Unter anderem war der Schwager Adelheids, der Alt-Historiker und Literaturnobelpreisträger Theodor Mommsen, mehrmals in dem Haus zu Gast. Seit 1931 steht es unter Denkmalschutz. Ab den 1950er Jahren beherbergte der Innenhof zahlreiche Ladengeschäfte. Das jetzige Erdgeschoss stellt einen denkmalpflegerischen Kompromiss der 1960er Jahre dar. Dabei wurde das zentrale Einfahrtstor entfernt und eine große Schaufensterfront hinter die neu geschaffenen Arkaden zurückgenommen.

von tmi
am Fr, 12. November 2010


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