Stromversorgung

Stromversorgung

Nach zahlreichen konzeptionellen Anläufen seit 1890 schloss die Stadt Lahr im Februar 1905 einen Vertrag mit der Allgemeinen Elektrizitäts-Gesellschaft Berlin (AEG) über den Bau eines Kraftwerks, die Verlegung von Leitungen und die Lieferung von Strom. Ein kommunaler Betrieb des E-Werks kam in Lahr wie in den meisten Klein- und Mittelstädten zunächst nicht zustande. Am 26.2.1906 wurde von der Elektrizitäts-Lieferungs-Gesellschaft (ELG, ein Tochterunternehmen der AEG) erstmals (Gleich)Strom in das Lahrer Netz gespeist (Wechselstrom ab 1908). Das private Unternehmen startete mit einer Stromabgabe von rund 82 000 kWh im ersten Betriebsjahr und versorgte damit zunächst vor allem einige Geschäfte in der Innenstadt, kleinere und mittlere Fabriken sowie ab März 1906 die erste elektrische Straßenbeleuchtung am Alten Rathaus. 1920 übernahm die Stadt Lahr die Anlagen und Konzessionen der ELG und gründete am 19.1.1920 die Elektrizitätswerk Lahr AG mit der Stadt als 60-prozentigem Mehrheitsaktionär. Das Unternehmen versorgte zwischenzeitlich nicht nur die Stadt Lahr, sondern auch zahlreiche Umlandgemeinden, so dass 1920 8525 Abnehmer, 70516 Lampen, 1393 Motoren mit 5061 kW, eine Lichtstromabgabe von 656 236 kWh und eine Kraftstromabgabe von 1 371 530 kWh gemeldet werden konnten. Durch Fusion mit dem Elektrizitätswerk Offenburg am 28. September 1922 entstand die Elektrizitätswerk Mittelbaden AG (EWM) mit Sitz in Lahr. Die Kommunen Offenburg und Lahr hielten den Großteil der Aktien, nach dem Ausscheiden der wenigen privaten Aktionäre 1937 wurde die EWM endgültig zu einem rein öffentlichen Versorgungsbetrieb. Erst mit der Übernahme von 35% der Aktien durch die Energie Baden-Württemberg Badenwerk AG (EnBW) zum 1.1.1998 wurde wieder eine gemischtwirtschaftliche Betriebsform gewählt. Die Stromversorgung von Lahr erfolgte zunächst nur über Dampfmaschinen des E-Werks (1906: 220 kW; 1922: 3850 kW; 1939: 4100 kW), ergänzend bereits ab 1910 durch Wasserkraft der Rubin-Mühle in Nonnenweier. Seit 1928 wurde im Verbundbetrieb fremder Strom in das Netz eingespeist, die eigenen Anlagen dienten zunehmend nur noch der Reserve und Spitzenlast. 1968 wurden die Generatoren endgültig demontiert.

Bisher erschienene Beiträge finden Sie unter www.badische-zeitung.de/lahr-lexikon
von tmi
am Do, 26. August 2010


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