Kandidatencheck

Taras Maygutiak (AfD) im Wahlkreis 284 Offenburg

Er müsse nicht um jeden Preis in den Bundestag, sagt Taras Maygutiak: „Mir geht es da um mehr“. Er ist Überzeugungstäter, AfD-Mitglied der ersten Stunde und hat den Landesverband Baden-Württemberg sowie den Kreisverband Ortenau Anfang 2013 mit gegründet.

Er müsse nicht um jeden Preis in den Bundestag, sagt Taras Maygutiak: "Mir geht es da um mehr". Er ist Überzeugungstäter, AfD-Mitglied der ersten Stunde und hat den Landesverband Baden-Württemberg sowie den Kreisverband Ortenau Anfang 2013 mit gegründet. Seine Hauptmotivation war damals der Widerstand gegen den Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM). Eine andere Partei kam für ihn nie infrage: "Da hat mich zu viel gestört."

von Moritz Lehmann
am Do, 31. August 2017

"Was ich im Sinn habe..."

"Schon vor 2015, als die große Menge an illegalen Zuwanderern kam, war mein Hauptanliegen, das EU-Monster zurückzuschrauben. Dabei ist es wichtig, zwischen EU und Europa zu unterscheiden: Gegen Europa hat kein Mensch etwas, und auch ein freier Binnenmarkt hat Vorteile. Aber dafür braucht es kein Monstrum aus Brüssel. Da werden völlig undemokratische Entscheidungen getroffen. Was ich will, ist ein Europa souveräner Staaten."  

Autor: mor

"Was ich anpacken will..."

"...ist die illegale Zuwanderung. Die müssen wir zurückdrehen. Wir brauchen ein Einwanderungsgesetz, das sicherstellt, dass nur die Leute zu uns kommen, die wir brauchen. Wie in den USA, Kanada und der Schweiz. Dafür müssen die Grenzen geschützt werden. Das ist schon vor 2015 nicht passiert. Das Schengen-Abkommen hat nur negative Auswirkungen gehabt – es ist ein Kriminalitäts-Tourismus entstanden."  

Autor: mor

"Mein Herz schlägt für..."

"... den Schwarzwald, für Baden und für Deutschland. Wir haben das Privileg, in einer Region zu leben, wo andere Urlaub machen. Das wird einem erst bewusst, wenn man länger im Ausland war und zurück in die Ortenau kommt. Und in Deutschland haben wir eine jahrhundertealte Kultur, die medial allzu oft auf zwölf Jahre im letzten Jahrhundert reduziert wird. Das finde ich irre. Ich kann keinen Fernseher anmachen, ohne dass mich der Führer anschaut. Ich kann den Kerl schon nicht mehr sehen, und vielleicht wird genau das auch bezweckt."  

Autor: mor

"An die Nieren geht mir..."

"... Kriminalität, Terrorismus und Vergewaltigungen, die sich landauf, landab häufen. Dabei sind auffällig häufig Menschen aus anderen ’Kulturkreisen’ involviert, das belegt die BKA-Statistik. Ob die schon länger hier leben oder Leute sind, die als Flüchtlinge bezeichnet werden, ist zweitrangig. Die Welt ist eine andere geworden. Und das hängt unmittelbar mit Merkels Politik zusammen, die einfach alles reinlässt."  

Autor: mor

Drei Ziele...

... für meinen Wahlkreis

» die optimale Lösung für die Autobahnausfahrt nach Offenburg, ohne Hildboltsweier noch mehr zu belasten.

keine weiteren Windräder – damit fügt man dem Schwarzwald als Tourismus-Gebiet Schaden zu
» "die, die schon länger hier leben", sollen bevorzugt Zugang zu erschwinglichen Wohnungen erhalten

... für die Bundespolitik

sichere Grenzen
» ein finanzielles Anreizsystem, das Zuwanderer zur freiwilligen Rückkehr in ihre Heimat bewegt
der Brexit hat den Anfang gemacht: Auch das deutsche Volk sollte über den Verbleib in der europäischen Union entscheiden dürfen.  

Autor: mor

"Beweglichkeit in der Politik..."

"... bedeutet für mich, dass wir von der AfD nicht dem Mainstream der Altparteien folgen. Da ist alles der ’Political Correctness’ unterworfen, manche Dinge darf man nicht aussprechen. Da sind wir die echte Alternative. Beweglichkeit im Sinne von Beliebigkeit lehne ich hingegen ab. Politik ist zwar auch eine Sache der Kompromissbereitschaft. Wenn wir aber über sichere Grenze reden, dann kann man die nicht halboffen machen. Da gibt es keinen Kompromiss."  

Autor: mor

"Mein weiterer Weg führt mich..."

"In den deutschen Bundestag, hoffe ich. Ich würde Herrn Schäuble gerne dazu gratulieren, dass er erstmals über die Landesliste in den Bundestag einzieht. Unabhängig davon: Wir sind eine junge Partei, die ich von Anfang an mit aufgebaut habe. Wir haben schon viel erreicht, aber aber wir sind weiter am Strukturaufbau. Ich habe auch schon die Kommunalwahl 2019 im Blick."  

Autor: mor

ZUR PERSON: Taras Maygutiak



Der 44-Jährige ist als Sohn eines gebürtigen Ukrainers mit US-amerikanischem Pass und einer Hausacherin im Kinzigtal aufgewachsen. Er sitzt als einziges AfD- im Offenburger Gemeinderat.

Geboren: 27. März 1973
Wohnort: Offenburg
Beruf: Angestellter in der Produktion in einem größeren Ortenauer Unternehmen

Karriere: Vier Jahre Sanitäter bei der Bundeswehr, später freier Journalist
Ausbildung: Abitur am Abendgymnasium und drei Semester Jurastudium
Parteimitglied seit 2013

https://ortenau.afd-bw.de

http://www.facebook.com/taras.maygutiak  

Autor: mor

NACHGEHAKT

Ganz weit rechts und von Anfang an dabei

Es ist eine der typischen Behauptungen von Rechtspopulisten: dass vor allem "Ausländer", oder eben, wie Taras Maygutiak es formuliert, "Menschen aus anderen Kulturkreisen" für Straftaten verantwortlich sind. So pauschal will die Pressestelle der Bundespolizei diese Behauptung weder bestätigen noch dementieren. Sie verweist auf das Bundeslagebild "Kriminalität im Kontext von Zuwanderung". In dem Bericht für 2016 heißt es abschließend: "Festzustellen ist, dass der weit überwiegende Teil der seit Anfang des Jahres 2015 nach Deutschland gekommenen Zuwanderer weiterhin keine Straftaten begeht." Dass die AfD seit ihrer Entstehung im Jahr 2013 im Kontext der Eurokrise immer weiter nach rechts gerückt sei, davon will Taras Maygutiak nichts wissen. Er versteht sich selbst als freiheitlich-konservativ. "Ich kann bei mir nicht beobachten, dass ich den vergangenen vier Jahren irgendwo hingerutscht wäre." Kein Wunder: Er gehörte von Anfang an zu jenen, die eben diesen Kurs vorangetrieben haben. Er war Vorstandsmitglied der "Patriotischen Plattform". Dieser parteiinterne Zusammenschluss ist nach Informationen der Zeitschrift "Der Spiegel" wegen "rechtsextremer Positionen" und

seiner Nähe zu den rechtsradikalen Aktivisten der "Identitären Bewegung", die vom Verfassungsschutz beobachtet wird, ebenfalls in den Fokus des Verfassungsschutzes geraten. Maygutiak sagt: "Da lässt sich der Verfassungsschutz politisch instrumentalisieren." Maygutiak gehört zu den Unterzeichnern der "Erfurter Resolution", die Bernd Lucke, den Wirtschaftsprofessor und ehemaligen Protagonisten der Partei, in einem offenen Machtkampf bezwang. Es ging dabei auch um das Verhältnis der AfD zur Pegida-Bewegung, mit der Maygutiak sympathisiert. Zu den Flügelkonflikten in seiner Partei meint er: "So weit, wie wir angeblich nach rechts gerückt sind, müssten wir schon links wieder rauskommen." Es gehe vielmehr darum, ob man sich der "Political Correctness" beugen wolle oder nicht, um Karrieristen und solche, die aus Überzeugung handelten. Zu den Letzteren zählt er sich selbst ebenso wie Björn Höcke, bei dessen Rhetorik sich mancher an NS-Propagandaminister Joseph Goebbels erinnert fühlt. Gegen Höcke läuft derzeit ein Parteiausschlussverfahren wegen einer Rede, in der er unter anderem das Holocaust-Denkmal in Berlin als "Denkmal der Schande" bezeichnet hat. "Totaler Quatsch", sagt Taras Maygutiak dazu. "Höcke ist einer unserer besten Leute."  

Autor: mor

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