Nach Brand im Europa-Park

Tausende Fans fordern Rettung der "Piraten in Batavia"

Nach dem Großbrand war die Anteilnahme rund um die Attraktion groß. Auch eine Online-Petition bildete sich. Der Europa-Park arbeitet derweil an einem neuen Konzept.

RUST. Der Geruch, das Äffchen mit dem Schlüssel oder der Gorilla mit den roten Augen – es sind detailgetreue Erinnerungen an die Europa-Park-Bahn "Piraten in Batavia", die Fans und Besucher über die sozialen Netzwerke teilen. Seit klar ist, dass das beliebte Fahrtgeschäft beim Großbrand im holländischen Themenbereich des Parks komplett zerstört wurde, ist die Anteilnahme groß.

Knapp 9000 Unterstützer hat eine Online-Petition, die den Wiederaufbau der Bahn fordert. Sie wurde bereits am Sonntag nach dem Brand von Andreas Wagner aus Pfaffenweiler initiiert. "Vom Europa-Park direkt habe ich noch nichts gehört", sagt Wagner, "aber ich habe im Rahmen einer Podiumsdiskussion des SWR die Möglichkeit den Geschäftsführer Herrn Michael Mack persönlich zu treffen. Ich würde mich sehr freuen, wenn er mir dort erzählt, wie es weiter geht." Bei der Veranstaltung, die am Mittwochabend in Freiburg stattfindet, will der 31-Jährige auch die Petition überreichen. "Ich hoffe, dass ich bis dahin die 10 000 Unterschriften zusammenbekomme." Wagner hält es mittlerweile für unwahrscheinlich, dass die Bahn eins zu eins nachgebaut wird. "Aber es hängen so viele Erinnerungen an der Bahn. Ich hoffe, dass der Europa-Park trotzdem den Geist von Batavia irgendwie erhalten will." Laut dem Petitionsgründer war die entschleunigende Wirkung der Bahn der Beliebtheitsgrund.

Auch ein BZ-Leser, der die Berichterstattung der Badischen Zeitung zum Brand kommentierte, bestätigte diese Beobachtung: "’Piraten in Batavia’ war immer die Bahn, in der wir als Kinder unser im Rucksack mitgebrachtes Vesper gegessen und uns etwas ausgeruht haben. Die Bahn steht für mich daher für Capri-Sonne und Lyonerbrot."

"Rettet die Piraten in Batavia", fordert auch eine Facebook-Gruppe, die derweil knapp 15 600 Mitglieder zählt. Sie plädiert ebenfalls für den Wiederaufbau der Bahn: "Wir hoffen, dass die Piraten nicht durch eine neue und modernere Attraktion ersetzt wird", heißt es in der Gruppenbeschreibung. "Wir möchten, der Familie Mack zeigen, dass es eine größere Gruppe von Leuten gibt, die sich für den Erhalt der Bahn einsetzt", sagt Gruppen-Administrator Christian Haupt aus Rheinstetten bei Karlsruhe. "Wir wollen allerdings keinen Druck aufbauen. Wenn es eine Piratenbahn 2.0 gäbe, wäre das super, aber wir wollen nichts erzwingen", so Haupt.

Die Anteilnahme der Fans ist mittlerweile auch bis zur Inhaberfamilie Mack durchgedrungen. Das beweist ein Video, welches der Europa-Park am vergangenen Freitag auf seinen Social-Media-Kanälen veröffentlichte. Parkmitbegründer Roland Mack richtete darin seinen Dank neben den Hilfskräften vor allem an die Fans: "Sie geben uns moralische Stütze, Kraft und Hilfe, diese schwere Phase zu überstehen."

Derweil wird zur Brandursache nach wie vor ermittelt und auch wie es mit der Bahn weiter geht, ist unklar. "Aktuell wird intensiv an einem Konzept gearbeitet", sagt Corina Zanger, Pressesprecherin des Parks. "Fest steht, es wird im holländischen Bereich wieder eine Attraktion für die ganze Familie geben. Es dauert noch ein paar Wochen, bis wir Genaueres sagen können." Roland Mack gab den Fans in seiner Videobotschaft nach den ganzen Rückmeldungen sogar ein Versprechen: "Sie gehören zu den Ersten, denen wir mitteilen werden, wie es hier weiter geht."
von Tamara Keller
am Mi, 06. Juni 2018

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