Teamarbeit, nicht nur bei Eis und Schnee

BZ-SERIE: Auf dem städtischen Betriebshof in Kenzingen lagert genug Streusalz für 14 Tage Dauereinsatz im Winterdienst.

KENZINGEN. Der Adventskalender darf in der Vorweihnachtszeit in vielen Haushalten nicht fehlen. Jeden Tag wird ein Türchen geöffnet, hinter dem sich ein Bild oder etwas Süßes verbirgt. Auch die BZ-Redaktion, die Presse-AG und die AG "Journalistisches Arbeiten" des Gymnasiums Kenzingen öffnen bis Weihnachten Türen in der Region und erzählen, was sich dahinter verbirgt. Heute: der Betriebshof der Stadt Kenzingen.

Das grüne Rolltor der Lagerhalle auf dem Betriebshof hebt sich Segment für Segment. Dahinter kommt das größte Streufahrzeug der Stadt Kenzingen zum Vorschein. Es besitzt ein Fassungsvermögen von 1,5 Tonnen Streusalz. Es ist feucht in dem rund 45 Quadratmeter großen Raum. Hier lagern Gegenstände wie Schläuche und Kanister. Auf dem rot gefliesten Boden steht hinten rechts ein Wasserbecken mit drei Metern Durchmesser. Es ist mit Sole gefüllt – eine 25 Prozent Salz enthaltende Wasserlösung, die ebenfalls für den Winterdienst verwendet wird. Schräg gegenüber des Lagerraums befindet sich ein überdachter Unterstellplatz, wo Streusalz gelagert wird. "Das sind 100 Tonnen. Dies reicht für 14 Tage Dauereinsatz für unsere Stadt", erklärt Florian Blattmann und deutete auf die beiden Haufen Streusalz.

Der 27-jährige Leiter des Betriebshofes ist gelernter Land- und Baumaschinenmechaniker. Seit Juli 2014 ist er beim Betriebshof Kenzingen tätig – zunächst als Mechaniker, seit September 2017 als Leiter. Aktuell bildet er sich in der Abendschule Freiburg weiter, wo er den Meister für Kraftfahrzeugtechnik machen möchte. In seiner Freizeit betreibt der Nordweiler Weinbau und ist Abteilungskommandant der Feuerwehr Nordweil. "Wenn es zeitlich möglich ist, fahre ich im Winter gerne Snowboard", erzählt er.

Die Wintermonate verlangen dem Betriebsleiter und seinen Mitarbeitern besonders viel ab: "Der Winter ist für uns hier jedes Jahr eine Herausforderung." Bei Eis und Schnee beginnt der Arbeitstag auf dem Betriebshof nicht wie sonst um 7 Uhr mit der gemeinsamen Dienstbesprechung, sondern bereits um 4.30 Uhr, da zunächst die Streufahrzeuge mit Salz gefüllt werden müssen. Während Blattmann das Jahr über seine 13 Mitarbeiter für die anstehenden Arbeiten einteilt, Material bestellt und die Arbeit überwacht, hilft er beim Winterdienst selbst mit. Um 7 Uhr müssen nämlich alle Straßen, die im Räum- und Streuplan der Stadt hinterlegt sind, schneefrei sein. Wenn Blattmann und sein Team die Straßen in Kenzingen streuen, sind sie meist zu sechst unterwegs: Vier Personen fahren mit dem großen Streufahrzeug sowie den Traktoren, die 250 oder 500 Kilogramm Streusalz laden können. Zwei Personen sind zu Fuß unterwegs und streuen von Hand an öffentlichen Plätzen.

Das Streusalz muss Blattmann vorausschauend bestellen. Weil die 100 Tonnen Streusalz – das sind vier Lkw-Ladungen – schnell abnehmen, muss in Dauerkontakt mit den Lieferanten bleiben, damit es nicht zu Engpässen kommt. "Es ist unsere Aufgabe, die Straßen schnee- und eisfrei zu halten", so Blattmann. Das ist für ihn und sein Team manchmal gefährlich, da sie unterwegs sind, wenn noch Schnee liegt, es rutschig und glatt ist. In der Stadt wird der Winterdienst oft von falsch parkenden Autos behindert. Deshalb sind Blattmann und sein Team froh, wenn um 7 Uhr die Straßen frei sind. Blattmann: "Wir können uns alle aufeinander verlassen. Alle helfen sich gegenseitig, und das nicht nur im Winter."
von Darian Keinke (Klasse 7e)
am Mo, 10. Dezember 2018

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