Tiefburg Lahr

Tiefburg Lahr

Die mit Baubeginn 1218/19 errichtete Niederungsburg gilt als die Keimzelle der Stadt Lahr. Sie bildete in ihrem Grundriss ein leicht aus dem rechten Winkel verschobenes Rechteck mit vier runden Ecktürmen. Die Maueraußenlängen (ohne die Türme mit einem Durchmesser von etwa 9,2 Meter) betrugen im Norden 40,4 Meter, im Osten 34,2 Meter, im Süden 36,7 Meter und im Westen 33,2 Meter. Die in Schalentechnik gefertigten Mauern trugen an der Außenseite Bossen. An der Ostseite stand das Palasgebäude, das Wirtschaftsgebäude an der Westseite. In der Mitte befand sein ein Bergfried (Wehrturm). Trotz wegweisender Forschungsarbeiten von Karl List und Christoph Bühler ist die Entstehungsgeschichte weiterhin nicht ganz geklärt. Die Anwesenheit König Friedrich II. Ende 1218 auf der Burg Mahlberg, die politische Situation nach dem Tod des Zähringers Berthold V., die Steinmetzzeichen und die Ähnlichkeit mit Burgen wie dem Castel Maniace, dem Castel Ursino oder dem Castel del Monte lassen die Forschung von staufischen Bauherren und Bauhandwerkern ausgehen. Die Rolle der Geroldsecker, auf deren Eigengut die Burg steht, ist dabei unklar. Man wird aber zumindest von Beginn an eine Burgvogtei (also Verwaltung) der Geroldsecker annehmen dürfen, seit Mitte des 13. Jahrhunderts behandeln sie die Burg unbestritten wie Eigenbesitz. Die Aufgabe der Tiefburg dürfte besonders die Kontrolle des Kreuzungspunktes Schuttertalstraße – Rennweg (Mieters-heim – Burgheim) gewesen sein. Nach Übergang Lahrs an die Herrschaft Moers-Saarwerden 1426 verlor die Burg ihren Residenzcharakter und diente mindestens noch bis ins 16. Jahrhundert als Wohnsitz für die Lahrer Amtsleute und Vögte. Spätestens der Stadtbrand von 1677 zerstörte auch weite Teile der Burg, die 1757 für 2000 Gulden an die Stadt verkauft und in den Folgejahren (bis auf den Storchenturm) vollständig abgerissen und überbaut wurde. Reste besonders der Turmfundamente sind bis heute unterirdisch erhalten.

von tmi
am Fr, 23. August 2013


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