Bürgermeisterwahl Endingen

Tobias Metz verfehlt die absolute Mehrheit knapp

Der 36-jährige Ettenheimer Tobias Metz ist bei der Bürgermeisterwahl in Endingen klarer Sieger des ersten Wahlgangs, verfehlt aber die absolute Mehrheit. Der zweite Wahlgang findet am 2. Dezember statt.

Tobias Metz entschied den ersten Wahlgang bei der Bürgermeisterwahl am Sonntag in Endingen klar für sich, verfehlte aber mit 44,6 Prozent die absolute Mehrheit der Stimmen – Voraussetzung für eine Entscheidung schon im ersten Wahlgang. Mit deutlichem Rückstand folgt Felix Fischer auf Platz zwei – hauchdünn vor Andreas Schmidt. Ein zweistelliges Ergebnis erzielte Jörg Dengler. Schlusslicht ist Werner Semmler. Die Wahlbeteiligung lag bei 65,1 Prozent. Bei der Neuwahl am 2. Dezember genügt die einfache Stimmenmehrheit.



Es war spannend im Bürgersaal, wo am Abend die Ergebnisse der einzelnen Wahlbezirke zusammenliefen. Zahlreiche Bürger verfolgten die Arbeit der Wahlhelfer, spekulierten über das Wachsen der Stimmzettelstapel und diskutierten jedes Teilergebnis. Dass Tobias Metz vorne liegen, aber wohl keine Entscheidung fallen dürfte, zeichnete sich recht bald ab. Der 36-jährige Ettenheimer entschied jeden Wahlbezirk für sich, die Reihenfolge hinter Metz wechselte allerdings.



Felix Fischer und Andreas Schmidt lieferten sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Fischer erzielte sein stärkstes Einzelergebnis in Königschaffhausen, wo der zehn Prozentpunkte vor Schmidt lag. Der 31-jährige Physiker holte sein prozentual bestes Ergebnis in Kiechlinsbergen – nur 7,4 Prozentpunkte hinter Metz und knapp 2,3 Prozentpunkte vor Fischer. Dagegen distanzierte er den 27-jährigen Juristen in Amoltern deutlich um 14 Prozentpunkte. In der Kernstadt hatte Schmidt knapp die Nase vor Fischer, der bei den vielen Briefwählern aber auf Rang zwei kam. Am Ende trennten beide nur 30 Stimmen.

Jörg Dengler blieb in der Gesamtabrechnung nur Rang vier. Im Kernstadtbezirk schaffte der Physiker und Politikwissenschaftler einmal Platz zwei, in Amoltern wurde er Dritter, doch in Königschaffhausen und Kiechlinsbergen blieb sein Ergebnis einstellig. Einstellige Ergebnisse gab es für Werner Semmler fast überall – außer in Amoltern, wo er mit 13 Prozent Felix Fischer überflügelte. In Kiechlinsbergen lag der 66-jährige Publizist knapp vor Dengler.

Die Wahlbeteiligung lag bei 65,1 Prozent

Als Bürgermeister Hans-Joachim Schwarz kurz vor 19 Uhr auf den Marktplatz kam, um das Wahlergebnis zu verkünden, warteten dort bereits Hunderte von Bürgern – obwohl das Endergebnis zu dem Zeitpunkt bereits online war. Bei der Bekanntgabe, die Schwarz ohne Mikrofon meistern musste, gab es lauten Beifall beim Ergebnis von Tobias Metz und Buh-Rufe bei Werner Semmler.

"In drei Wochen sehen wir uns alle hier wieder", verkündete der scheidende Amtsinhaber und wies darauf hin, dass es dann einen Rekord zu schlagen gelte – die 65,1 Prozent Wahlbeteiligung vom Sonntagabend. Sie lag zwar deutlich über den Werten der Bürgermeisterwahlen von 2002 (49,3 Prozent – damals war Schwarz ohne echten Gegenkandidaten) und 2010 (59,7 Prozent), als Rainer Ordegel und Thomas Steinmetz den Amtsinhaber herausgefordert hatten. Von den knapp 75 Prozent bei Schwarz’ erster Wahl 1994 war man am Sonntag aber weit entfernt.

Tobias Metz geht nach dem Ergebnis vom Sonntag als klarer Favorit ins Rennen für die Wahl am 2. Dezember. Wie dann das Bewerberfeld aussehen wird, ist allerdings noch offen. Bis Mittwoch, 14. November, 18 Uhr, haben die bisherigen Bewerber die Möglichkeit, ihre Kandidatur zurückzuziehen. Gleichzeitig können bis dahin auch neue Bewerber ihren Hut in den Ring werfen für die Neuwahl am ersten Advent.

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von Martin Wendel
am Mo, 12. November 2018 um 09:52 Uhr

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