Liebessymbol

Trauringkauf: Interview mit dem Freiburger Goldschmied Jürgen Wiedemann

Trauringe sind Symbole für die Verbundenheit und zeigen nach außen: Wir gehören zusammen. Ihre Auswahl ist daher ein besonderer Moment für ein künftiges Ehepaar – und eine wichtige Entscheidung.

Auf was Verliebte beim Kauf ihrer Eheringe besonders achten sollten, erklärt der Freiburger Juwelier und Goldschmied Jürgen Wiedemann im Gespräch mit Birgit Herrmann.

BZ: Herr Wiedemann, was ist das Wichtigste beim Trauringkauf?
Jürgen Wiedemann: Eine umfassende Beratung ist sehr wichtig, denn unsere Kunden sollen ein Schmuckstück erhalten, das sie begeistert und glücklich macht, ihre Persönlichkeit unterstreicht sowie Auge und Seele berührt. Zudem sind Qualität und solides Handwerk unerlässlich. So empfehlen wir, neben dem persönlichen Geschmack, der passenden Farbe sowie dem richtigen Tragekomfort, auch auf edle Werkstoffe zu achten und sich nicht von höheren Preisen – etwa für das besonders wertvolle Platin – abschrecken zu lassen. Trauringe sind eine Anschaffung fürs Leben, daher sollte gerade bei dieser Investition nicht am falschen Ende gespart werden.

BZ: Wann ist der beste Zeitpunkt, einen Trauring zu kaufen?
Wiedemann: Am besten so früh als möglich, aber mindestens acht bis zwölf Wochen vor der Trauung, denn individuell angefertigte Ringe mit besonderen Gravuren benötigen einfach mehr Zeit in der Herstellung.

BZ: Woran erkennen Kunden, ob der Ring auch passt?
Wiedemann: Informieren, ausprobieren. Auch wenn die Ringgröße noch nicht der eigenen entspricht, kann man so feststellen, ob der Ring bequem ist und nicht stört. Beim Anprobieren spürt man das Gewicht, kann die Oberfläche richtig beurteilen, hat die echte Farbe an der Hand und eventuell vorhandene Diamanten sind optimal gefasst.

BZ: Welche Metalle eignen sich am besten für Trauringe?
Wiedemann: Die klassischen Schmuckmetalle Gold, Platin und Palladium. Bei Gold gibt es unterschiedliche Farben: das traditionelle Gelbgold, Weißgold und Roségold. Das mondweiß schimmernde Platin ist insgesamt wesentlich widerstandsfähiger als andere Schmuckmetalle. Für Eheringe wird es auch deshalb gern verwendet, weil es sehr exklusiv und selten ist.

BZ: Welche Trauringmodelle sind gerade gefragt?
Wiedemann: Für die Damen sind es klassische Ringe mit einem Memoire-Ring. Angesagt sind auch Ringe mit der perligen Millgriffe-Struktur oder individuelle Modelle aus der Goldschmiede-Werkstatt.

BZ: Wie interessiert ist die Kundschaft an der Herkunft der Materialien?
Wiedemann: Viele Kunden fragen da nach. Wichtig ist ihnen auch, dass die Ringe in Deutschland produziert werden – und zwar komplett. Unsere Trauring-Manufaktur Christian Bauer erfüllt diese Kriterien. Auch wir bestätigen für unseren selbstkreierten Schmuck mit einem Zertifikat, dass wir recyceltes Gold verwenden und Edelsteine nicht aus Krisenregionen beziehen. Die Verwendung von sogenannten Blutdiamanten ist damit ausgeschlossen.

BZ: Gibt es auch Paare, die ihr Eheversprechen erneuern und die zweiten Eheringe bei Ihnen kaufen?
Wiedemann: Das gibt es immer häufiger – und es macht große Freude, diese Kunden zu beraten. Meist haben sie vor Jahren mit schlichten, einfachen Ringen geheiratet und messen dem Trauring eine hohe Bedeutung zu. Sie erneuern mit aktuellen Ringen ihr Eheversprechen oder lassen den ersten Ring in den zweiten Ehering einarbeiten.
Zur Person

Seit 1999 betreibt Jürgen Wiedemann sein Goldschmiede-Atelier am Unterlindenplatz in Freiburg, welches in Folge von der Zeitschrift Schmuck Magazin zu den "Top 100 Schmuckgeschäften" gewählt worden ist. Wiedemann ist Goldschmiede-Meister, Schmuckdesigner und Mitglied der Innung. In seinem Atelier entstanden etwa die Kronen der deutschen und badischen Weinhoheiten sowie das Gastgeschenk der Stadt Freiburg für Papst Benedikt XVI.
von bhe
am Mi, 21. Februar 2018 um 00:00 Uhr

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