Bürgerentscheid-Stimmzettel

URTEILSPLATZ: Das Kreuz mit Ja und Nein

Eigentlich ist das alles sehr einfach: Wer dafür ist, muss dagegen stimmen. Und wer dagegen ist, macht sein Kreuzchen beim Ja. Die Rede ist vom Wortlaut des Stimmzettels, den die Wahlberechtigten Lahrerinnen und Lahr im Rahmen des Bürgerentscheids ausfüllen dürfen. Auch wenn sie im Prinzip über die
Frage abstimmen, ob auf dem Altenberg im großen Umfang gebaut werden darf, oder wie sich das die Bürgerinitiative wünscht, eher doch nicht – entschieden wird, ob die vom Gemeinderat mehrheitlich beschlossene Aufstellung des Bebauungsplans aufgehoben wird. Klingt kompliziert, ist wohl auch kompliziert. Erste Briefwähler, so wird kolportiert, haben schon mal daneben gekreuzt. Da ist die Geschichte eines bis dato Nicht-Wählers, der sich in Sachen Bürgerentscheid ein Herz gefasst hat, weil er für die Bebauung des Areals ist. Stolz verkündete er, er sei auch für ein liebenswertes Lahr, für das auf Plakaten in der Stadt überall geworben wird. Deshalb habe er klar mit Ja gestimmt. Der Bürgerinitiative Altenberg kann’s egal sein, auf welchem Weg sie zu ihren Stimmen kommt. Und vielleicht gibt’s ja auch auf der anderen Seite einige Wähler, die mit Nein stimmen, weil sie mit Bürgerinitiativen generell nichts am Hut haben. Das wäre dann in gewissem Sinne, was man ausgleichende Gerechtigkeit nennen könnte. Deshalb, und um alle Unklarheiten zu beseitigen: Wer dafür ist, muss dagegen stimmen. Und wer dagegen ist, stimmt mit Ja.
von Manfred Dürbeck
am Sa, 18. März 2017

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