Müllers Initiative

URTEILSPLATZ: Ideen für einen Kompromiss

Kommt Müllers Initiative fünf Wochen vor dem Bürgerentscheid zu spät? Oder gerade zur richtigen Zeit, um die etwas festgefahrene Diskussion über das Für und Wider einer Bebauung des Altenberg wieder in Fahrt zu bringen – und Schwankende möglicherweise umzustimmen? Dass auf dem Hanggrundstück im Osten der Stadt eine bauliche Entwicklung – wie stark verdichtet auch immer – im ureigenen Lahrer Interesse ist, steht für Oberbürgermeister Müller außer Zweifel. Hartgesottene Gegner einer Bebauung wird deshalb sein Vorstoß, der auf einen Kompromiss zielt, nicht umstimmen können. Auf der anderen Seite ist die Deutsche Bauwert kein Wohlfahrtsunternehmen, sondern muss Gewinne erwirtschaften. Birk hat seine Pläne zur Bebauung schon einmal reduziert. Wird er es ein zweites Mal tun? Wer nicht ganz blauäugig ist, darf annehmen, dass Müller zumindest mit Jörg Uffelmann ein klärendes Vorgespräch geführt hat, um auszuloten, wie groß dort die Bereitschaft ist, eine gewisse Summe beim Kaufpreis nachzulassen. Die wird’s geben, wäre dem Verein doch mit einer weiteren Hängepartie über die nächsten Jahre nicht gedient. Und Birk? Auch der kennt sicher schon Müllers Vorschlag. Birk will bauen, aber es sollte am Ende auch etwas hängen bleiben. All diese Überlegungen sind freilich Makulatur, wenn es der Bürgerinitiative gelingen sollte, am 26. März die erforderliche Zahl von rund 7000 Unterschriften zusammenzubekommen.

Dass auch alles ganz anders kommen kann, und der Teufel mitunter ein Eichhörnchen ist, zeigt ein Blick ins Archiv: Beim Bürgerentscheid zum Solitärgebäude war das erforderliche Quorum verfehlt worden. Dann hatte sich der Investor zurückgezogen.
von Manfred Dürbeck
am Di, 14. Februar 2017

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