Naoki Fuku

Verantwortung für die Gemeinschaft

LÖRRACH. Bildende Künstler aus der Region unterstützen die BZ-Weihnachtsaktion "Hilfe zum Helfen". In die Kunstaktion "Zum Ersten, zum Zweiten, zum Helfen" geben sie Arbeiten, die am 16. November versteigert werden.

Dreißig Prozent des Erlöses gehen an die BZ-Weihnachtsaktion "Hilfe zum Helfen". Schon vorab stellt die Badische Zeitung im Blatt und im Internet die Teilnehmer in einer Serie vor – ein Querschnitt des aktuellen Kunstschaffens im Raum Lörrach. Heute: Naoki Fuku.



Der Beitrag zur Auktion:

Das Gemälde, das Naoki Fuku in die Versteigerung gibt, stammt aus der "Lost"-Serie des Konzept-Künstlers. Es ist das erste daraus, das er vor ein paar Jahren in London schuf. Wenn man so will, war es für ihn der erste Schritt hinein in seine Laufbahn als Künstler. In der Volksbank wird auch sein Werk "Sleeping Angels" ausgestellt: eine sehr stark politische Arbeit mit Anspielungen an den syrischen Bürgerkrieg, die er möglichst vielen Menschen zeigen möchte.

Aus der Werkstatt:
Gegenwärtig schafft Naoki Fuku seine Kunstwerke – hauptsächlich Fotografien – mit einem Kollegen, der ein Studio in Basel am Marktplatz hat. Hauptsächlich arbeitet er aber zuhause in seinem Atelier in Lörrach. In Zukunft möchte er im Weiler Kieswerk malen.

Der Einzelne für die Gesellschaft:
Die Verantwortung jedes Menschen für die Gemeinschaft ist eines der Hauptthemen von Naoki Fuku als Künstler. Er behandelt und hinterfragt es in seiner "Hope"-Serie. Jeder müsse an die anderen denken, findet er, und meint ganz speziell die weniger vom Glück bedachten Menschen, die an Hunger leiden oder in Konflikt- und Kriegsgebieten leben. Kürzlich hatte der Künstler eine Ausstellung in Russland, in der er eine Installation namens "Tausend Wünsche von toten Bäumen" zeigte. Mit den Wunschbäumen beabsichtigt er, Menschen miteinander zu verbinden. In seinem Heimatland Japan, so erläutert Naoki Fuku, gebe es eine Tradition, einen Wunsch an einen Baum zu binden und dort zu hinterlassen – gewöhnlich in der Umgebung von einem buddhistischen Schrein. Die Japaner nutzen dazu weißes Wunschpapier. An jedem Ast hängen Dutzende, manchmal Hunderte individueller Wünsche, die wachsen – wie ein lebendiges, organisches Ding. Diese Sammlung von individuellen Hoffnungen und Träumen gibt den Menschen in Japan ein besseres Verständnis füreinander und wie sie die Welt erleben. Ungeachtet dessen, was der Einzelne wünscht, symbolisiere der Wunschbaum ein kollektives Wohlwollen, so Naoki Fuku. Indem jeder die Möglichkeit bekommt, seine Wünsche öffentlich zu machen, werde ein Raum für positive Gedanken und Gefühle geschaffen, die – so hofft er – ein Gefühl der Eintracht und des Friedens in die Gemeinschaft bringt. In Zukunft möchte der Künstler dieses Projekt an vielen verschiedenen Orten verwirklichen, einschließlich in Konfliktherden wie Israel, Palästina, Syrien oder wo immer die Gesellschaft unter Uneinigkeit leidet.

Die Verbindung zur Auktion:
Naoki Fuku ist gerne wieder bei der BZ-Kunstauktion dabei, weil er einen Beitrag leisten will für arme Menschen. Manchmal schäme er sich, weil er essen könne, was immer er möchte, weil er ein Bad habe und in einem Haus lebe – und sich trotzdem hie und da übers Essen oder das Leben beklage. Die Aktion sei für ihn eine wichtige Erinnerung daran, als Mensch demütig zu sein und ein bisschen auch an andere zu denken – nicht nur an Menschen, sondern auch an Tiere.

Der Künstler:

Malerei und auch "Shodo", die japanische Kalligrafie, studierte er beim japanischen Künstler Naoko Yanase. Seine Werke findet man im Besitz privater Sammlungen. Unter anderem hat bereits Japans größter Bekleidungsmarkt Arbeiten bei Fuku in Auftrag gegeben. Der Künstler lebt in Lörrach und hat schon an vielen Orten international ausgestellt. Aktuell nimmt er vom 24. bis 27. Oktober mit der AB Contemporary Gallery Zürich an der "Slick Paris" in Paris teil und stellt außerdem vom 8. bis 23. November bei der Confession Session im Basler Warteck aus.

Werk in der Auktion: "Man in blue" (self-portrait), 30 x 40 cm, Öl auf Leinwand, 2008, Mindestgebot: 200 Euro

Künstlerporträts der Serie, Arbeiten für die Versteigerung und Werke, die in der Ausstellung am 16. November zum Festpreis verkauft werden, unter http://mehr.bz/kunstaktion
von Barbara Ruda
am Do, 24. Oktober 2013 um 16:01 Uhr

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