Verstärkte Kontrolle an den Grenzen

Prüfung auf Covid-19-Symptome.

STRASSBURG (bnü). Nach ersten verstärkten Kontrollen am Donnerstag an der Kehler Europabrücke hat das Bundesinnenministerium am Oberrhein so genannte Medical Checkpoints, medizinische Kontrollpunkte, eingerichtet. Wer nach Deutschland einreisen will, muss sich auf Covid-19-Symptome kontrollieren lassen. Die Kontrollpunkte befinden sich an den Übergängen Iffezheim, Rheinau, Kehl-Europabrücke, Altenheim, Breisach, Neuenburg und Weil-Friedlingen. Alle anderen Übergänge wurden geschlossen, der grenzüberschreitende Bahn-, Nah- und Fährverkehr eingestellt. Wer deutscher Staatsbürger ist oder in Deutschland wohnt, wird bei Symptomen allerdings nicht zurückgewiesen.

"Es gehört jetzt auch dazu, dass wir dort, wo es notwendig ist, den internationalen Grenzverkehr stärker kontrollieren", sagte Innenminister Thomas Strobl (CDU) am Freitag. "Insbesondere an der Grenze zu Frankreich werden die Bundespolizei und die Landespolizei Baden-Württemberg die Grenzkontrollen verstärkt intensivieren." Es werde Einschränkungen im Grenzverkehr geben – das sei eine "zwingend notwendige Maßnahme". Zuvor hatte Strobl in einem Brief an Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) schärfere Grenzkontrollen gefordert. Breisachs Bürgermeister Oliver Rein geht noch einen Schritt weiter und fordert, die Grenzübergänge ins Corona-Risikogebiet Elsass faktisch zu schließen. Nur wer als Elsässer ein Attest vorweisen könne oder aus dringenden beruflichen Gründen nach Deutschland kommen müsse, solle noch einreisen dürfen. Hintergrund ist, dass das Robert-Koch-Institut die französische Ostregion, zu der das Elsass gehört, am Mittwoch als Coronavirus-Risikogebiet eingestuft hatte. Dort ist seit Anfang März die Zahl der Infektionen dramatisch gestiegen. Im Elsass wurden 549 Menschen positiv auf eine Infektion getestet. Das Virus hat zehn Todesopfer gefordert. Frankreich schließt nach einer Ansprache von Präsident Macron alle Schulen, Universitäten und Betreuungseinrichtungen. Veranstaltungen mit mehr als 50 Personen sind untersagt.

von bnü
am Sa, 14. März 2020

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