Vor dem Abfall gerettet

BZ-SERIE "SELBERMACHEN" (TEIL 14): Die vierte Runde des BZ-Wettbewerbs stellt kreative Upcycling-Ideen von Leserinnen vor.

us alt mach Neu: Etliche Vorschläge unserer Leserinnen und Leser beschäftigen sich mit dem Thema Upcycling, also der kreativen Wiederverwertung. Aus ausgedienten und vermeintlich wertlosen Produkten wird dank guter Ideen und etwas Geschick etwas Neues und Exklusives. Die Auswahl reicht vom Windspiel aus leeren PET-Flaschen über praktische Taschen bis zum Pflanztisch für den Garten. Viel Spaß beim Nachmachen und Weiterentwickeln! Müll, der sich noch nützlich machen kann, gibt es genug.

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Hochgestapelt

Tanja Frankenberger (46) aus Freiburg hat sich in diesem Sommer aus ausgedienten Europaletten einen Pflanztisch gebaut. Er steht auf vier Waschbetonplatten, damit das Holz von unten nicht faulen kann.

»Material: 4 Waschbetonplatten, 7 Europaletten, Schrauben, 4 Bretter, etwas Farbe
»Werkzeug: Akkuschrauber, Stichsäge
»So geht’s:
Vier bis fünf Paletten übereinander schrauben (je nach gewünschter Höhe). Zuvor mit der Stichsäge Aussparungen für die Fächer aussägen. Die Palette für die Rückwand wird mit 2 Brettern hinten verstärkt und angeschraubt. Die Seitenteile werden mit Brettern "verschönert" – damit die Fächer innen geschlossen sind. Das Ganze leicht lasieren. Fertig!

Etagere aus Glas

Felicia Herr (22) aus Freiburg hat eine mehrstöckige Etagère für Kekse, Schmuck, Krimskrams oder als Dekoelement gebastelt. Sie ist ganz einfach herzustellen.
»So geht’s: Man braucht dafür an Material nur zwei bis drei Teller in verschiedenen Größen (wahlweise aus Glas oder Porzellan) und ein bis zwei dazu passende Abstandhalter (z. B. kleine Kerzenständer, Shotgläser oder Serviettenringe). Diese muss man nur noch mittig ausgerichtet mit Glas-/Porzellankleber aufeinander kleben und trocknen lassen. Fertig ist die supermodische Etagère!

Ein Extra fürs Geschenk

Silke Kluth aus Offenburg hat eine schnelle Idee für schöne Geschenkanhänger aus alten Weihnachtskarten, Kalendern oder Katalogen.

»Das ist die Anleitung:
Aus den etwas festeren Papieren werden Kreise geschnitten, dann mittels einer Segmentschablone (Kreis mit 24 Segmenten) Markierungen an den Rand gezeichnet, Löcher vorgestochen und die Kreise mit Knopflochstich umstickt. Dann lasse ich sie entweder so oder häkele noch ein Spitzchen dran. Manche haben eine bunte Rückseite, andere sind weiß, damit man noch was draufschreiben kann. Geht fix und macht was her.

Taschen aus Hemden

Claudia Hinz näht Taschen aus neuem und gebrauchtem Material. Sie sind, so heißt es in ihrer Anleitung, superpraktisch und sehr stabil als Einkaufstasche, Handtasche, Strandtasche, Büchertasche, Schultasche und vieles mehr zu benutzen. Die Maße: 70 cm lang und etwa 45 cm breit.
»So geht’s: Für die Außentaschen verwende ich meist gekaufte Baumwollstoffe, manchmal auch gebrauchte Zeltplanen, Hosen oder Ähnliches. Die Innentasche wird immer aus ausrangierten Herrenhemden oder Damenblusen genäht. Manche Taschen setze ich unten mit Leder oder Jeans ab. Die Taschen sind so genäht, dass man sie auch wenden kann. Der Schnitt wurde von mir entworfen, orientiert habe ich mich an den Werbebaumwolltaschen, die man immer wieder geschenkt bekommt, die mir aber nicht gefielen. Sie waren mir zu eckig, zu klein, zu unscheinbar. Die Idee, gebrauchte Hemden als Innentasche zu verwenden, entstand, nachdem ich die erste Tasche aus "normalen Stoffen" genäht und gleich als Geburtstagsgeschenk wieder hergegeben hatte. Ich wollte für mich auch eine Tasche nähen. Leider hatte ich keine zwei passenden Stoffe. Zufällig hing ein ausrangiertes Hemd meines Mannes im Wohnzimmer und passte farblich perfekt. Ich hab’ ein bisschen rumprobiert und es klappte. Aus dieser Idee heraus sind unzählige Taschen entstanden.

Alt und Neu kombiniert

Blazenka Stalujanis (59) aus Efringen-Kirchen arbeitet gern mit Filz. Das Besondere an ihrem Stück sei die Kombination von neuer und gebrauchter Wolle, schreibt sie uns: "In der heutigen Zeit ist es schön, wenn man Dinge nicht wegwirft, sondern noch weiter in irgendeiner Form verarbeiten oder nutzen kann." Für den BZ-Wettbewerb "Selbermachen" hat sie ein Kleid und ein Top hergestellt.

»So geht’s:
Zuerst beginnt man eine Filzprobe zu erstellen. Die Probe habe ich mit einem Nadelfilz erstellt. Der Schrumpffaktor beträgt 1,4. Das heißt, das fertige Filzstück vergrößert man mit dem Faktor 1,4.
Man nimmt ein x-beliebiges Schnittmuster, vergrößert es mit Faktor 1,4 und schneidet den Nadelfilz aus. Das ausgeschnittene Teil besprüht man mit Seifenwasser und legt die reinen Wollfasern aus.
Der Fantasie darf hierbei freien Lauf gelassen werden.
Anschließend reibt man Wolle und Filz. Dies wiederholt man, bis ein fester Filz entsteht. Um das Ganze zu neutralisieren, wird zum Schluss das Kleidungsstück in Essigwasser ausgewaschen und in Form gebracht. Et voilà: Ein selbstgemachtes, einzigartiges und naturverbundenes Kleidungsstück ist entstanden.

Fröhliches Windspiel

Die Familie Mack und Poersch aus Freiburg hat beim jüngsten Italienurlaub ein Windspiel gesehen, das sie zum Basteln mit PET-Flaschen inspirierte: "Unser abgebildetes Windspiel kreist schon seit April fröhlich vor sich hin und hat allen Gewitterstürmen getrotzt". Und so wird das Windspiel gefertigt.

»Material: 12 PET-Flaschen, 3 Kabelbinder, Taschenmesser, Säge oder Brotmesser, einen dünnen geraden Ast mindestens 150 mm lang, oben leicht angeschnitzt, Garn oder Schnur, 4 große Perlen oder Muscheln, Steine mit Loch, Schwemmholz, Tannenzapfen oder was einem noch so einfällt.
»So wird’s gemacht: Alle 12 Flaschenböden in circa 7 cm Höhe abschneiden. Zwei der Flaschen (ohne Boden) ineinander stecken und oben mit einem Deckel verschließen. Die Flaschenböden seitlich anschneiden und jeweils vier davon mit einem Kabelbinder an die zusammengesteckte Flasche befestigen. Wichtig ist, dass alle Flaschenböden in die gleiche Richtung schauen. Jetzt an die unteren Flaschenböden mit Garn die vier selbstgewählten Dekoobjekte befestigen und die Flasche auf den Ast stecken. Fertig!

Sichere Sitzgelegenheit

Lioba Schwarz aus Zell am Harmersbach findet auf Flohmärkten oder Schrottplätzen immer Sachen, denen sie neues Leben geben kann. Die Sitzgelegenheit für Getränkekisten aller Art hat sie aus ausgedienten Sicherheitsgurten geflochten, die sie sich beim Schrotthändler geholt hat.

Morgen lesen Sie: Nicht von der Stange – noch mehr Ideen für Kreative

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von bz
am Mo, 28. September 2015

Badens beste Erlebnisse