Gut zu wissen – Einbrecher schlagen zu

Vorsicht: Trickbetrüger

Dieben wird es zu leicht gemacht: Alle zwei bis drei Minuten wird in Deutschland eingebrochen. Und das meist nicht in der Nacht, wenn alles schläft, sondern am helllichten Tag.

Bei Else Schmidt (76) klingelt der Postbote an der Tür: "Guten Tag, Frau Schmidt. Ich habe hier ein Paket für Ihre Nachbarin Frau Neumann. Sie ist leider nicht da. Würde es Ihnen etwas ausmachen, das Paket für sie entgegenzunehmen und die Gebühr von 29,90 Euro für Ihre Nachbarin vorzustrecken?" Natürlich ist die Rentnerin bereit, für ihre Nachbarin einzuspringen. Erst später erfährt sie, dass diese gar nichts bestellt hatte und der nette Herr an der Tür ein Trickbetrüger war.

"Auf solche und ähnliche Tricks fallen viele ältere Menschen herein, weil ihre Gutmütigkeit ausgenutzt wird", sagt Polizeihauptkommissar Frank Schlosser aus Freiburg. Deshalb rät die Kriminalpolizei, nur Lieferungen anzunehmen, die vorher vom Nachbarn angekündigt wurden.

Generell sollten ältere Leute (und auch jüngere) erst durch den Türspion oder das Fenster gucken sowie die Sprechanlage benutzen, bevor sie die Tür öffnen. Bei aufdringlichen Fremden sollte man nicht zögern, laut zu werden oder sich an die Nachbarn zu wenden. Daher rät die Polizei zu einem guten nachbarschaftlichen Verhältnis, bei dem man die Telefonnummern austauscht und der eine auf den anderen achtgibt.

Es ist immer gut, ein gesundes Misstrauen an den Tag zu legen. Das gilt auch für Telefonanrufer: Niemals Details zu familiären oder finanziellen Verhältnissen preisgeben und sofort die Polizei informieren, wenn einem ein Anruf komisch vorkam. "Oft schämen sich ältere Leute, wenn sie ausgetrickst wurden. Dafür gibt es keinen Grund. Nur wenn man sich sofort bei uns meldet, können wir den Täter fassen", erklärt Schlosser. Was viele nicht wissen: Die kriminalpolizeiliche Beratungsstelle bietet eine kostenlose Vorortberatung an. Nach einer Schwachstellenanalyse gibt sie Tipps, wie man die eigene Wohnung oder das Haus einbruchsicher machen kann. "Wir würden uns wünschen, dass noch viel mehr Leute diesen Service von uns nutzen", so Schlosser.

Der Griff zum Portemonnaie

Neben dem Hauseinbruch gibt es einen zweiten Brennpunkt für Diebstähle: Öffentliche Verkehrsmittel, Einkaufszentren oder beispielsweise Volksfeste. In diesem Gewusel immer den Überblick zu behalten ist schwierig. Deshalb dienen verschließbare Innentaschen der Kleidung, Brustbeutel oder Gürtelinnentaschen als gute Hilfsmittel, um sein Geld vor Taschendieben zu verstecken. Gerne benutzen Diebe bestimmte Tricks, um Passanten auszurauben. Dazu zählt das Anrempeln, bei dem der Dieb sich in Windeseile des Portemonnaies bedient, oder das Ablenken, in dem er sich von einem Passanten auf dem Stadtplan einen Weg erklären lässt und sich unbeachtet an dessen Handtasche zu schaffen macht.

Eine weitere Gelegenheit für Taschendiebe ergibt sich im Restaurant oder Schuhgeschäft: Die Tasche schnell mal über die Stuhllehne zu hängen ist praktisch, aber auch gefährlich, weil sie aus dem eigenen Sichtfeld verschwindet und leicht abgegriffen werden kann. Also den Geldbeutel eng am Körper tragen und generell nur so viel Bargeld dabei haben wie nötig.

Dem Einbruch vorbeugen

Den Eingangspunkt für Diebe bieten Fenster und Türen. Viele davon können mit einem einfachen Schraubendreher aufgebrochen werden. Hier helfen verlängerte oder im Mauerwerk verankerte Schließbleche. Sind Türen mit mechanischen Sicherungen versehen, kostet es dem Einbrecher Zeit und Mühe, sie zu öffnen und er würde Lärm machen. Oft hilft ein Querriegelschloss oder ein Zusatzschloss mit Sperrbügel an der Tür, um den Dieb fernzuhalten. Auch die Balkon- oder Terrassentür sollte mit massiven Schubriegeln, starken Vorlegestangen oder einem Querriegelschloss abgesichert werden.

An den Fenstern blockieren nachts Rollläden, die gegen das Hochschieben gesichert sind, das Eindringen des Diebes. Wenn man tagsüber sein Zuhause kurz verlässt, ist es immer wichtig, die Fenster komplett zu schließen. Die einfach zu erreichenden Kellerfenster können durch massive, gut verankerte Gitter sicher gemacht werden.

Wo die einbruchhemmenden Produkte zu bekommen sind, kann man im Herstellerverzeichnis der kriminalpolizeilichen Beratungsstellen nachschauen:
• Freiburg
Heinrich-von-Stephan-Straße 4 Tel. 0761/8824191
• Emmendingen
Karl-Friedrich-Straße 96
Tel. 07641/582280

• Lörrach

Bahnhofstraße 6

Tel. 07621/176592

• Waldshut-Tiengen

Ostpreußenstraße 22

Tel. 07741/83163 27

Weitere Infos unter http://www.polizei-bw.de

Beschädigungen fotografieren

Nach dem Einbruch Ruhe bewahren und:

1. Den Einbruch unverzüglich der Polizei melden.

2. Fotos machen

• vom Zustand der Wohnung,

• von den Beschädigungen,

• von den Einbruchsspuren.

3. Versicherung informieren und

• fragen, ob die Fotos zur
Dokumentation ausreichen und man aufräumen kann;

• erkundigen, ob ein Regu-
lierer zur Vorortbesichtigung kommt;

• klären, was die Versicherung zur Regulierung benötigt;

• ermitteln, wie nicht mehr funktionierende Tür- oder Fensterverrieglungen gesi-
chert werden können.

4. Bei der Bank die sofortige Sperrung von Sparbüchern, Kreditkarten und Wertpapie-
ren veranlassen.

5. Eine Liste der gestohlenen oder beschädigten Gegenstän-
de anfertigen, die die genaue Bezeichnung, das Alter, den Anschaffungsort- und Preis des Gegenstands enthält.

6. Der Hausratversicherung die Kaufbelege zur Verfügung stel-
len, falls noch vorhanden.
von Nikola Vogt
am Do, 10. Februar 2011 um 00:00 Uhr


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