Rathauschef

Walz gewinnt Bürgermeisterwahl in Gundelfingen

Gundelfingen stimmt für den Generationswechsel: Der 30 Jahre alte Raphael Walz ist neuer Chef im Rathaus. Er setzte sich bei der Stichwahl klar gegen den Rechtsanwalt Christian Göpper durch.

Raphael Walz holte im zweiten Wahlgang 60 Prozent der Stimmen und lag damit eindeutig vor seinem Konkurrenten Christian Göpper, auf den 39,6 Prozent der Stimmen entfielen. Damit konnte Walz seinen Vorsprung aus dem ersten Wahlgang ausbauen. Die Wahlbeteiligung war bei der Stichwahl allerdings vier Prozentpunkte geringer und lag bei 52,7 Prozent.

In Wildtal schnitt Walz am Sonntag sogar noch ein bisschen besser ab. Dort holte er 66,8 Prozent der Stimmen. Beide Kandidaten fieberten der Bekanntgabe des Wahlergebnisses im Gundelfinger Rathaus entgegen. Nach der Auszählung der ersten Wahlbezirke lag Walz vorne und er gab die Führung auch nicht mehr ab. Am Ende war er in allen Wahlbezirken vor Göpper, auch im Wahlbezirk "Kindergarten Seestern", wobei dort die beiden Kandidaten nahezu jeweils die Hälfte der Stimmen ergatterten und am engsten beieinander lagen.

Walz freute sich sehr über den Sieg. "Mit dem grandiosen Ergebnis und dem Abstand hätte ich wirklich nicht gerechnet. Herr Göpper hat ja wirklich nochmal massiv gekämpft und alles getan", sagte der Wahlsieger. Schade sei jedoch die niedrige Wahlbeteiligung. "Es gilt, noch viele Bürger von mir zu überzeugen." Als drängende Aufgaben, denen er sich als neuer Rathauschef zuerst widmen will, nennt er das Thema seniorengerechtes Wohnen. "Akut ist auch die Flüchtlingsunterbringung. Ich glaube nicht, dass bis Jahresende da eine Lösung gefunden ist."

Erst einmal durchschnaufen

Den Wahlkampf wertete der Gewinner als sehr fair und seinem Gegenkandidaten legte er eine Kandidatur in einer anderen Gemeinde nahe. "Er ist ein Supertyp und es würden sich sicherlich auch viele glücklich schätzen, ihn als Bürgermeister zu haben. Er soll darum jetzt nicht aufstecken", sagte Walz über Göpper.

Bis zum Amtsantritt am 1. Januar müsse Walz jetzt einiges nacharbeiten im Landratsamt Schwarzwald Baar, wo er bisher als Leiter des Kommunal- und Rechnungsprüfungsamts tätig war. Außerdem gönnt er sich mit der Freundin noch eine Woche Urlaub. Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten soll das Ziel sein. "Dorthin, wo es warm ist, zum Ausspannen und Relaxen."

Enttäuschter Zweitplatzierter

Enttäuscht zeigte sich der Zweitplatzierte. "Nach dem ersten Wahlgang und dem Rückzug der anderen Kandidaten war noch mal alles offen", so Göpper. Es sei jetzt jedoch eine klare Entscheidung, wozu er dem Gewinner auch gratulierte. Göpper will weiter seinen Beruf als Rechtsanwalt ausüben und freut sich auch privat auf den anstehenden Nachwuchs im Dezember. Über eine erneute Bürgermeisterkandidatur, zum Beispiel in der March, habe er sich bisher keine Gedanken gemacht. "Ich war auf Gundelfingen fokussiert und hab nicht über den Tag hinaus gedacht." Auch Göpper wertete den Wahlkampf als sehr fair.

Amtsinhaber Reinhard Bentler hätte nach eigener Aussage mit beiden Kandidaten als Nachfolger leben können. "Ich bin froh, dass der Sieger jetzt eine klare Mehrheit hat, das gibt ihm Stabilität", sagte Bentler. Allerdings bedauerte er auch die geringe Wahlbeteiligung. "Das enttäuscht mich enorm, beim zweiten Wahlgang hätte die Wahlbeteiligung größer sein müssen, weil es da um die Wurst ging", sagte Bentler. Die Bürgermeisterwahl habe schließlich eine größere Bedeutung für die Gemeinde als eine Landtags- oder auch eine Bundestagswahl.

Abschied fällt schwer

Sein anstehender Abschied fällt Bentler schwer. "Hätte Kretschmann das Wahlalter für Bürgermeister noch mal nach oben geschraubt, dann wäre ich vielleicht beim zweiten Wahlgang noch mal angetreten", sagte Bentler schmunzelnd. Er fühle sich noch fit und freue sich aber auch jetzt mehr Zeit zu haben.

Gefeiert wurde anschließend in einer voll besetzten Turn- und Festhalle. Damit endete ein langer Wahlkampf, bei dem im ersten Wahlgang am 19. Oktober mit Claudia Warth, Michael Schlegel und Thomas Danner bereits drei Kandidaten ausgeschieden waren.

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von Max Schuler
am So, 09. November 2014 um 21:23 Uhr

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