Ortsnamen in Südbaden

Warum heißt Bischoffingen Bischoffingen?

Ob Himmelreich oder Seppenhofen – in der Region gibt es viele kuriose Ortsnamen. Die BZ erklärt in ihrer Serie die Bedeutung der skurrilen Bezeichnungen. Heute: Bischoffingen.

Der Name Bischoffingen ist schnell erklärt. Die Wortendung -ingen taucht bei Ortsnamen verbreitet im alemannischen Raum ab dem 5. Jahrhundert auf. Diese Endung wurde beispielsweise an den Ort der Siedlung angehängt (zum Beispiel Göttingen: altsächsisch gota, Bach).

In der hiesigen Gegend sind die Orte mit -ingen am Schluss jedoch meist auf einen bestimmten Personennamen zurückzuführen. So gab es beispielsweise einen Alemannenhäuptling mit dem Namen Filo. 817 nach Christus findet sich in einer Urkunde die Bezeichnung ad Filingas, was "bei den Leuten des Filo" bedeutet. 1179 findet sich die Formulierung Vilingin, 1337 Vylingin und schließlich Villingen.
Auf der anderen Seite gibt es aber auch Familiennamen, die wiederum von Ortsnamen abgeleitet wurden, wie bei Papst Benedikt XVI., Joseph Ratzinger, dessen Vorfahren aus Ratzing stammen. Mit dieser kleinen Volte schließt sich der Kreis – der Name Bischoffingen bedeutet alsso nichts anderes als "bei den Leuten des Bischofs".
Nicht in jedem Fall gibt sich der Bischof so eindeutig zu erkennen wie in Bischoffingen. Als kirchenamtliche Aufseher über ihre Gemeinden verwalteten Bischöfe meist ein umfangreiches Territorium, das Bistum. Die Grenze eines solchen Bistums markierte (!) die (Ge-)Markung, die Marck, woher letztlich auch der frühere Reichskanzler Otto von Bismarck seinen Namen hat.

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von Hans Jürgen Kugler
am Mi, 17. August 2011 um 17:24 Uhr

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