Ortsnamen in Südbaden

Warum heißt der Totenkopf Totenkopf?

Ob Himmelreich oder Seppenhofen – in der Region gibt es viele kuriose Ortsnamen. Die BZ erklärt in ihrer Serie die Bedeutung der skurrilen Bezeichnungen. Heute: der Totenkopf.

Wo heute der Wanderer nach steilem Aufstieg ermattet sein Haupt auf grüne Wiesen bettet, sollen in den finsteren Zeiten des Mittelalters die Köpfe nur so gerollt sein. So jedenfalls geht die Legende vom Totenkopf, der mit 557 Metern höchsten Anhöhe im Kaiserstuhl.
Dieser nun wahrhaft majestätischen Erhebung wird zumindest durch mündliche Überlieferung nachgesagt, dass sie einstmals Schauplatz von Enthauptungen gewesen war. Am 22. Dezember im Jahre 994 nach Christus hielt der Ottonenkönig Otto III. in Leiselheim bei Sasbach einen Gerichtstag ab. Der mit vierzehn Jahren für damalige Verhältnisse zwar schon volljährige, aber vielleicht doch noch nicht ganz mündige König habe bei dieser Gelegenheit wohl seine Mannbarkeit unter Beweis stellen wollen und als Ergebnis davon auf eben diesem Totenkopf die Köpfe rollen lassen.

Als dieser reizende König dann zwei Jahre später im Mai 996 zum Kaiser gekrönt wurde, soll der Kaiserstuhl seinen Namen bekommen haben. Urkundliche Belege für den Namen Kaiserstuhl gibt es allerdings erst seit 1304 als Keiserstuol. Im Jahre 1333 findet sich eine Notiz über den Bau einer Peter-und-Paul-Kapelle in einem gewissen sede imperiali. In diesem Zusammenhang wird der Sitz des Kaisers jedoch eher bildlich auf Form und Größe des Berges bezogen.

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von Hans Jürgen Kugler
am Mo, 05. September 2011 um 19:40 Uhr

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