Ortsnamen in Südbaden

Warum heißt Lausheim Lausheim?

Ob Sumpfohren, Sexau oder Yach – in der Region gibt es viele kuriose Ortsnamen. Die BZ erklärt in einer Serie die Herkunft der Bezeichnungen. Heute: Lausheim.

Auf der Mauer, auf der Lauer, sitzt ne kleine – Laus! Von dieser hat der Stadtteil Lausheim (Stühlingen) seinen Namen allerdings nicht. Sondern eher von seiner versteckten, verborgenen Lage, wo die in Lausheim nichtheimische Laus quasi auf der Lauer liegt.

Lausheim erscheint als "Lusheim" oder "Luucheim" in einer Kopialüberlieferung aus dem Kloster St. Gallen erstmals um das Jahr 850, die sich auf das Datum 780 bezieht. Andere Varianten sind Lushaim oder Lushain um 1290, Lussehain und Lusshain um 1350. Später tauchen noch die Schreibweisen Lussen, Lujßhem, Lußhein und Laussen auf.

Das dem Namen vorangestellte Bestimmungswort Lus-, Luss-, oder Luz- geht auf das mittelhochdeutsche luz, luze, "Versteck, Lauer" und dem alt- und mittelhochdeutschen luzen, "verborgen liegen, heimlich lauern" zurück. Mit L(a)usheim ist also ein Ort gemeint, der verborgen, versteckt liegt.

Das angehängte Grundwort –heim lässt sich auf die alten Goten zurückführen und in seiner auch heute noch gültigen Bedeutung auf die noch ältere indogermanische Wurzel *kei = "liegen, Lager".

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von Hans Jürgen Kugler
am Di, 04. September 2012 um 17:37 Uhr

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