Ortsnamen in Südbaden

Warum heißt Nonnenweier Nonnenweier?

Ob Himmelreich oder Seppenhofen – in der Region gibt es viele kuriose Ortsnamen. Die BZ erklärt in ihrer Serie die Bedeutung der skurrilen Bezeichnungen. Heute: Nonnenweier.

Nonnenweier hat nichts mit badenden Nonnen zu tun. Der Weier war früher einmal ein Weiler, irgendwann im Laufe der Jahrhunderte hat er wohl sein "l" verloren. Der Name Nonnenweier leitet sich nach der ersten Nennung (die allerdings eine Fälschung sein soll) im Jahre 845 von Nunnenwilre ab. Daraus wurde erst Nunnenwiler villa (14. Jahrhundert), Nonnenwiller (1414), Nunnenweyler (1426), bis es schließlich zu Nonnenweier wurde.
Das Nunnenwilre, das Kaiser Lothar im Jahr 845 dem Frauenkloster St. Stephan zu Straßburg geschenkt haben soll, ist auch in heutiger Zeit noch ein "Weiler der Nonnen", wie die korrekte Übertragung des Namens lauten würde.

Nach einer wechselvollen Geschichte gelangte das Dorf in den Besitz des Reichsfreiherrn Jakob Samson von Ratsamshausen, der sich im Jahre 1750 ein Sommerschloss im französischen Stil errichtete. Dieses ging 1851 in den Besitz des evangelischen Diakonissenhauses Nonnenweier über und ist heute mit 70 Beschäftigten im Bereich Sozialpädagogik und Altenbetreuung der größte Arbeitgeber in Nonnenweier.

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von Hans Jürgen Kugler
am Do, 25. August 2011 um 20:00 Uhr

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