Ortsnamen in Südbaden

Warum heißt Seppenhofen Seppenhofen?

Ob Himmelreich oder Seppenhofen – in der Region gibt es viele kuriose Ortsnamen. Die BZ erklärt in ihrer Serie die Bedeutung der skurrilen Bezeichnungen. Heute: Seppenhofen.

Das Wort Seppen beziehungsweise Seppel ist eher in Bayern bekannt. Doch ein Seppenhofen findet sich in ganz Deutschland nur mitten im Schwarzwald. Das südlich von Löffingen gelegene Dorf Seppenhofen fand erstmals im Jahr 1122 in einer Streitschlichtungsurkunde des Erzbischofs Bruno von Trier in Zusammenhang mit einem Biccho de Seppinhovin Erwähnung. 1277 wird ein Heinrich von Seppenhofen genannt, um 1360 taucht die Schreibweise Seppenhoven auf und 1364 wird ze Eppenhoven erwähnt.

Kriegers Topographisches Wörterbuch des Großherzogtums Baden leitet den Seppen von "Hof des Seppo" ab und vermerkt, dass Seppo "dialektisch für Sippo = Sippe" stehe, also mithin nichts mit der allgemein bekannten volkstümlichen Koseform des Vornamens Joseph zu tun habe.

Im finstersten Mittelalter zur Zeit der Hexenverfolgungen lebte in Seppenhofen ein fürstlich Fürstenbergischer Stabhalter, der viele Mädchen und Frauen der Inquisition auslieferte. Letztlich fand aber auch dieser Hatzprediger seine Bestrafung: Unter der Folter sagte eines seiner Opfer gegen ihn aus – und der Hexenhetzer endete selbst auf dem Scheiterhaufen.

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von Hans Jürgen Kugler
am Mi, 24. August 2011 um 20:00 Uhr

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