Ortsnamen in Südbaden

Warum heißt Sexau Sexau?

Ob Himmelreich oder Seppenhofen – in der Region gibt es viele kuriose Ortsnamen. Die BZ erklärt in ihrer Serie die Bedeutung der skurrilen Bezeichnungen. Heute: Sexau.

Sexau – Hand aufs Herz, wer denkt da nicht an romantische Stunden inmitten frühlingsduftender Auen? Doch weit gefehlt. Auch wenn unbestreitbar ist, dass die Assoziationen, die sich mit diesem altehrwürdigen Namen einstellen, nicht immer ganz jugendfrei sind, so hat die Herkunft des Namens Sexau doch nur am Rande mit der menschlichen Fortpflanzungstätigkeit zu tun.

Die Au ist schnell erklärt. Eine Au in einem Ortsnamen weist eigentlich immer auf ein von einem Gewässer umflossenes Land hin. Mit dem Sex dagegen ist es nicht ganz so eindeutig. Das Gemeindearchiv von Sexau verweist zwar auf eine Urkunde aus dem frühen Mittelalter. Darin ist zu lesen, dass um das Jahr 860 nach Christus der Kaiser Ludwig der Deutsche seinem Sohn Karl unter anderem das Königsgut Sexau schenkte, damals Secchosouna genannt. Es verschweigt aber wohlweislich, wer oder was dieses Secchosouna eigentlich ist. Albert Kriegers Topographisches Wörterbuch des Großherzogtums Baden gibt als etymologische Erklärung für den Namen Sexau die Au eines gewissen Sacoini an – ebenfalls ohne eine nähere Erläuterung zu geben. Dafür finden sich in besagtem Werk aus dem Jahr 1893 viele weitere Ableitungen von Sexau wie Secchosowa, Sexowe, Secksöwe, Sexauwe, Segsow, oder, im schönsten Mittelhochdeutsch,: "die griene (Ufer) ze de usserin Sexöwe bi der Elzah".

Es ist nicht gerade hilfreich, jetzt noch die sechs Eicheln im Wappen Sexaus für einen etymologischen Erklärungsversuch heranzuziehen. So bleibt Sexau eben, was es ist – ein Name, der immer wieder zu allerlei Spekulationen Anlass gibt.

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von Hans Jürgen Kugler
am Do, 01. September 2011 um 20:25 Uhr

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