1. Wahlgang

Weiler Bürgermeister wird Oberbürgermeister in Rheinfelden

Der neue Oberbürgermeister heißt Klaus Eberhardt. Um 18.50 Uhr war amtlich, was sich gleich bei der ersten Auszählung des Wahlbezirks Nordschwabens abzeichnete.

Die 85 Prozent konnte der klare Wahlsieger durch 32 Stimmbezirke zwar nicht halten, aber schnell pendelte sich ein, dass Klaus Eberhardt deutlich über 60 Prozent der Wählerstimmen für sich verbuchen kann. Als er kurz vor 19 Uhr mit seiner Frau Monika den Bürgersaal betrat, in dem sich mehrere hundert Menschen drängten, brandete ihm tosender Applaus, unzählige Hände und Blumensträuße reckten sich ihm entgegen (Live-Ticker zum Nachlesen).

Das so eindeutige Ergebnis von 7168 Stimmen (66,50 Prozent) mit einem Abstand von 3910 Stimmen auf Cornelia Rösner hat Klaus Eberhardt selbst überrascht. Viele, die ihm den Wahlsieg zugetraut haben, waren davon ausgegangen, dass es zu einem Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen dem Weiler Bürgermeister und der Rheinfelder Leiterin des Amts für Familie, Jugend, Senioren und Soziales kommen wird und da drei Kandidaten im Rennen sind, eine Entscheidung erst im zweiten Wahlgang fällt. Doch die 50-Prozent-Hürde hat Eberhardt locker im ersten Anlauf genommen, wie OB Eberhard Niethammer anerkennend bei der Ergebnismitteilung sagte (Fotos vom Wahlabend).

Zweifel über den Wahlausgang gibt es keine. Die Zahl der ungültigen Stimmen lag unter einem Prozent (77). Protest hat sich so gut wie nicht artikuliert bei 18 weiteren Namen, die auf Stimmzetteln vermerkt waren. Gewählt wurde mit Überzeugung, bei der Neubesetzung des Oberbürgermeisteramts mitzuwirken. Obwohl es nach 24 Jahren um eine Richtungswahl ging, lag die Wahlbeteiligung aber dennoch nur bei 44,77 Prozent und nur 3,5 Prozent über der Marke von 2004. Nicht einmal die Hälfte der 24 247 Stimmberechtigten nutzte ihr Wahlrecht.

Schlag auf Schlag gingen die Ergebnisse aus den Stimmbezirken ein. Die Eberhardt-Säule auf der Großleinwand beherrschte von Anfang an das Geschehen. Das sorgte erst für atemlose Spannung, denn zunächst waren vor allem die Anhängerkreise der Spitzenkandidaten gut vertreten, ehe immer mehr interessierte Bürger strömten, um direkt zu erleben, wie die Wahl ausgeht.

Als um 18.30 Uhr die Zahlen aus 27 von 32 Wahlbezirken vorlagen, machte sich bei allen, die auf Eberhardt gezählt haben, Erleichterung und Freude breit in der Überzeugung, dass diese Wahl gelaufen ist. Im Tumult der Gratulanten aus der Landes, Kreis- und Kommunalpolitik war am Sonntagabend die unterlegende parteilose Gegenkandidatin nur kurz am Rande des Saals erschienen, um Klaus Eberhardt zum Wahlsieg zu gratulieren. Auf Cornelia Rösner entfielen von 10 779 gültigen Stimmen, 3258 (30,23 Prozent). Als Kandidat Nummer drei in Außenseiterposition brachte es Klaus Springer mit 335 Stimmen auf 3,11 Prozent.

Bei SPD und ihrer Anhänger gab es Jubel. Justizminister Rainer Stickelberger und Landtagsabgeordneter Alfred Winkler nahmen den Kreisvorsitzenden der SPD und künftigen Oberbürgermeister von Rheinfelden herzlich in die Arme. Aber auch aus CDU-Reihen wurden dem klaren Wahlsieger die Hände zum Glückwunsch geschüttelt. Unter den Gratulanten waren auch Bundestagsabgeordneter Armin Schuster und Landtagsabgeordneter Felix Schreiner (CDU), Landrätin Marin Dammann und die OB von Lörrach, Gudrun Heute-Bluhm.

Einer der ersten, der zum Gratulieren auftauchte, war der Weiler OB Wolfgang Dietz, der seinem bisherigen Bürgermeister zum Sieg in der OB-Wahl kollegial gratulierte. Nachdem die Stadtmusik ihrem künftigen Stadtoberhaupt zwei zünftige Titel entboten hat, übernahm der Wahlsieger das Mikrofon und machte den erwartungsvollen Bürgern deutlich, wie er den von ihm angekündigten frischen Wind einlöst.

Klaus Eberhardt bedankte sich bei allen Bürgern, die ihn gewählt haben für ihr Vertrauen und bot allen Fraktionen seinen Hand für gute Zusammenarbeit an. Er wandte sich aber auch an alle, die nicht hinter ihm gestanden sind, zu sagen, dass er auch ihre Zusammenarbeit suche.

An Cornelia Rösner gerichtet, die bei der OB-Wahl unterlegen ist, wünschte Klaus Eberhardt, dass sie "ihre Leidenschaft, Engagement und Kompetenz" weiter für Rheinfelden einsetzt und der "Stadt erhalten bleibt".

Mehr zum Thema:

von Ingrid Böhm-Jacob
am So, 22. April 2012 um 20:05 Uhr


Badens beste Erlebnisse