Narren im Markgräflerland

Wer ein Auggener Rebchnure werden will, muss eine Aufnahmeprüfung ablegen

In die Tiefen der alemannischen Sprache taucht, wer sich mit den Rebchnure befasst. Die Narrenclique aus Auggen gibt es seit 1989. Name und Aufnahmeritual haben mit dem Weinbau zu tun.

In die Tiefen der alemannischen Sprache taucht, wer sich mit den Rebchnure aus Auggen befasst. Eine Chnure ist das Wort für den Rebstamm. Passender könnte der Name für die Clique nicht sein, die ihren Anfang 1989 "bi Gugelmeiers in de Chuchi" nimmt. So ist es nachzulesen in einem Gedicht, das die Entstehungsgeschichte der Rebchnure beschreibt.

Es liefert auch die Begründung für die Namensnennung: "Rebchnure soll de Name si, schließlich trinkt ma z’Augge jo ä guete Wii." Zu den anfangs fünf Rebchnure kamen sechs weitere dazu. Heute zählt die Narrenclique 31 aktive Rebchnure. Sie alle müssen ein Aufnahmeritual durchlaufen.
Narren der Region: Manche haben eine lange Tradition, andere sind nicht sehr alt: Zahlreiche Narrenzünfte und Fasnachtscliquen sorgen für fröhliches Treiben im Markgräflerland. Die BZ stellt in einer Serie einige davon vor. Dossier: Narren im Markgräflerland

Wer ein Rebchnure sein will, muss unter anderem in die Reben und einen Eimer Trauben pflücken. Gar nicht so einfach im November. Der Chnure-Anwärter muss die Trauben mit seinen nackten Füßen stampfen und davon ein Schoppenglas trinken. Erst dann bekommt er Häs und Maske überreicht. Charakteristisch für das Häs sind grüne und braune Rebblätter aus Filz. Auf der Brust trägt der Rebchnure ein großes rotes Rebblatt, umgeben von kleinen Glöckchen.

Die Maske, aus einem Holzklotz herausgeschnitzt, ist sehr freundlich. Eine Weintraube ziert die linke Seite, ein Rebenblatt die Stirn. Der Oberchnure trägt die Weintraube auf der rechten Seite und an der Stirn einen Rebstamm mit Rebenlaub. Alle tragen außerdem eine echte Rebchnure mit Glöckchen als Schellenstock. Die Auggener sind also kaum zu überhören.
Rebchnure

Name: Rebchnure
Gründungsdatum: 1989
Gründungsort: Auggen
Narrenruf: "Wiibure – Rebchnure"
Mitglieder: 31
von Bernhard Amelung
am Do, 16. Januar 2020 um 17:27 Uhr

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