Neuer Ausbildungsberuf

Werkfeuerwehr: Hoher Bedarf an Nachwuchs

Werkfeuerwehren gibt es schon lange. Aber eine passende Ausbildung fehlte bisher. Nun gibt es sie, seit diesem Sommer ist die neue Ausbildungsverordnung in Kraft.

Werkfeuerwehren gibt es schon lange. Aber eine passende Berufsausbildung fehlte bisher. Nun gibt es sie, seit diesem Sommer ist die neue Ausbildungsverordnung in Kraft.

Bedarf an Nachwuchs haben viele Betriebe – den können sie nun erstmals durch eigene Azubis decken. Für viele Jugendliche bieten sich neue Chancen in einem Bereich, der als zukunftssicher gilt.    "Die Aussichten auf eine Stelle nach der Ausbildung sind mehr als gut", sagt Margret Reymers vom Bundesinstitut für Berufsbildung (Bibb). Denn Unternehmen mussten für ihre Werkfeuerwehr bisher Handwerker einstellen und weiterbilden lassen. Dafür habe es oft nicht genügend Interessenten gegeben. "Der Markt ist leergefegt", sagt Raimund Bücher, Vorsitzender des Werkfeuerwehrverbands Deutschland.    

"Bisher gab es keinen eigenen Ausbildungsberuf", ergänzt Christoph Wachholz, Vorsitzender des Werkfeuerwehrverbandes Nordrhein-Westfalen. "Die Werksfeuerwehrleute hatten alle eine Ausbildung zum Beispiel als Schlosser, Elektriker oder Chemikant." Das heißt, sie haben sich drei Jahre lang mit Themen beschäftigt, die mit Feuerwehr nichts zu tun haben.

  Generell ist die Ausbildung in allen Bundesländern möglich. "Aber es wird gar nicht so viele Betriebe geben, die das anbieten", schränkt Wachholz ein. Die neue Ausbildung dauert drei Jahre. "Davon sind 18 Monate eine handwerkliche Kompaktausbildung und 18 Monate zu feuerwehrtechnischen Inhalten", erklärt Raimund Bücher, der bei der Henkel AG in Düsseldorf die Werkfeuerwehr leitet.

Zum Teil ist eine Werkfeuerwehr für Betriebe gesetzlich vorgeschrieben. Das gilt für größere Industriestandorte, Flughäfen oder Messegesellschaften. "Es gibt keinen Flugplatz ohne Werkfeuerwehr", betont Reymers.    Ein vorgeschriebenes Mindestalter für den Ausbildungsstart gibt es nicht. Das Auswahlverfahren ist kein Zuckerschlecken. Die Zahl der Bewerber war bislang deutlich höher als die der Stellen – bei Henkel kamen 140 auf acht Plätze. "Bundesweit werden rund 500 Azubis pro Jahr gesucht", erklärt Bücher.

Voraussetzung für einen Ausbildungsplatz ist die Bescheinigung der Feuerwehrtauglichkeit durch einen Arzt. Und auch ihre Fitness müssen die Bewerber unter Beweis stellen.    Denn auch wenn vorbeugender Brandschutz einen Großteil der Arbeit ausmacht, können Löscheinsätze eine erhebliche Belastung sein: "Die Arbeit unter einem Atemschutzgerät zum Beispiel verlangt einem einiges ab", sagt Wachholz. "Es wiegt allein schon 15 Kilogramm. Die gesamte Ausrüstung beim Einsatz ist sogar doppelt so schwer." Aber auch Technikinteresse sollten Bewerber mitbringen. Schließlich gehört die Arbeit zum Beispiel mit Messgeräten zum Alltag.    Und klar sollte auch sein: "Feuerwehrleute setzen sich Gefahren aus", gibt Wachholz zu bedenken. Schließlich laute ein Feuerwehr-Motto "Wo andere rausrennen, rennen wir rein".   

Weitere Informationen beim Bundesverband Betrieblicher Brandschutz/Werkfeuerwehrverband Deutschland, Lerchenstraße 9, 66793 Saarwellingen, http://www.wfvd.de
von Andreas Heimann (tmn) 
am Di, 22. September 2009

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