"WhatsApp und Fotos sind auch bei Älteren in"

DREI FRAGEN AN Kristoffer Braun und Andreas Dautermann.

Seit sieben Jahren sind die beiden Kommunikationswissenschaftler und Geschäftsführer von Levato im Bereich Erwachsenenbildung und Medienkompetenz tätig. Über einige Aspekte ihrer täglichen Arbeit sprach Matthias Weniger mit Andreas Dautermann und Kristoffer Braun.

BZ: Die Serie "digital verstehen" richtet sich an Neueinsteiger und Spätberufene. Sind Levato-Nutzer ebenso eher der Altersgruppe Ü50/Ü60 zuzuordnen?
Dautermann: Die Wissenschaft neigt dazu, Zielgruppen in Altersklassen einzuteilen, ohne Rücksicht auf Gefühle der Eingeteilten zu nehmen. Wir sagen daher gerne, es ist die Eltern- und Großelterngeneration, für die unser Angebot vor allem steht.

BZ: Gibt es einen Wandel in den letzten Jahren, was die Computernutzung und den Einsatz von Smartphones und Tablets durch diese Eltern- und Großelterngeneration angeht?
Braun: Vor einigen Jahren war das bestimmende Thema noch die Bedienung von Windows. Mit etwas Verzögerung kommen nun seit einiger Zeit hauptsächlich Fragen zu Smartphones. Das liegt auch daran, dass Eltern und Großeltern vielfach die älteren Geräte der jungen Menschen "auftragen" – das ist wie eine Vererbung in die andere Richtung.

BZ: Wer Senioren beobachtet, bemerkt schnell, dass die Nutzung von Smartphones offensichtlich nicht mehr nur bei jungen Menschen immer mehr Raum im Alltag einnimmt. Gibt’s da bald keinen Unterschied mehr zwischen Jung und Alt?
Dautermann: Die Nutzung von Smartphones unterscheidet sich in der älteren Generation eigentlich nicht von der Kindergeneration. Mit kleiner Verzögerung kommen die Trends auch bei Älteren an. Was bei jungen Menschen in ist, wird von Eltern und Großeltern nachgemacht. Hauptsächlich sind das im Moment Schnappschüsse, die ausgetauscht werden und die Kommunikation mit Instant Messengern, meist über WhatsApp.
von mwe
am Fr, 14. Oktober 2016

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