BZ-Serie: "Namen in der Region" (1)

Woher stammen die Familiennamen der Redakteure der Breisgau-Redaktion?

Braun, Frietsch, Wolfrum, Gallien, Kiefer, Drescher, Schuler, Donner, Blum: Woher stammen die Familiennamen der Mitglieder der Breisgau-Redaktion? Konrad Kunze hat die Namen anylsiert. Ihre Herkunft war nicht immer eindeutig.

Unsere Familiennamen entstanden vor etwa 700 bis 800 Jahren, als es in den immer größer werdenden Städten nötig wurde, die vielen Menschen genauer zu unterscheiden. Dazu boten sich fünf Möglichkeiten an: Die Unterscheidung nach dem Vater, der Wohnstätte, der Herkunft, dem Beruf oder persönlichen Merkmalen. Vier dieser fünf Möglichkeiten sind bei den Familiennamen der Breisgau-Redaktion musterhaft vertreten.

Beispielsweise bedeutet Braun "der Nachkomme des Bruno", nur in wenigen Fällen wird es ein Übername nach der Haar-, Haut- oder Augenfarbe sein. Braun heißen in Deutschland hochgerechnet 120 800 Personen, sie nehmen Rang 21 unter den häufigsten Namen der Bundesrepublik ein und sind in Süd- und Westdeutschland verbreitet. In Ostdeutschland lautet der entsprechende Name Braune (etwa 6050 Personen), in Westfalen Brune (6300), in Nordwestdeutschland Bruns (27 800), in Nordostdeutschland Bruhn (8700).

Frietsch
heißen die Nachkommen eines Friedrich. Man hat ihn im Alltag kurz Fri(e)tsch(e) gerufen, so wie man Berthold kurz Bertsch(e) und Burkhard kurz Burtsch(e) nannte. Während die etwa 19 900 Fritsch in ganz Süddeutschland verbreitet sind und die zirka 9300 Fritsche im Nordosten, sind die 980 Frietsch ganz im Raum zwischen Achern und Rastatt konzentriert. In Sinzheim tragen 1,2 Prozent der Einwohner diesen Namen.

Wolfrum
heißen die Nachkommen eines Mannes, der den Rufnamen Wolfram trug, wie der berühmte Dichter des Parzival, Wolfram von Eschenbach. Als Familienname begegnet Wolfram bei zirka 6500 Personen, besonders in Thüringen, wo Wolfram von Eschenbach als Dichter tätig war. In Bayern ist daraus der Familienname Wolfrom geworden (160), im Raum Hof an der Saale Wolfrum (3300).

Auf die Herkunft aus einem Ort namens Gallin (bei Wittenberg, bei Boizenburg, bei Lübz) geht der Familienname Gallien (etwa 250) zurück, auch Gali(e)n geschrieben (50). Die meisten Träger(innen) dieses Namens wohnen in Nordostdeutschland.

Aus Berufen stammen die Namen Kiefer, Drescher und Schuler. Die 22 790 Träger des Namens Kiefer sind im Saarland, in der Pfalz und in Baden heimisch. Anderswo heißen der entsprechende Beruf und damit auch die Familiennamen Fassbinder, Bender, Böttcher oder Küppers. Von selbst versteht sich der Name Drescher. Die 14 050 Personen sind in ganz Deutschland verstreut. Schuler (14 300) heißt einer, der eine Schule besucht hat und lesen und schreiben kann.

Auf den Charakter des Urahns lässt der Name Donner schließen, der jemanden charakterisiert, der schnell und heftig in Zorn ausbricht. Die etwa 5900 Donner sind in ganz Deutschland verbreitet, im Raum Augsburg heißen sie Donderer (430).

Bei vielen Familiennamen gibt es mehrere Möglichkeiten der Deutung. Dazu gehört der Name Blum. Er geht zweifellos auf das Wort Blume zurück. Aber warum wurde jemand so benannt? Es kann ein Übername sein, der sich auf eine besonders schöne Person bezieht, oder auf eine mit Blumen verzierte Kleidung, oder auf einen Blumenfreund. Es kann ein Wohnstättenname sein und jemanden meinen, der im Haus "zur Blume" wohnt. Es kann als Herkunftsname jemanden meinen, der aus Blume (bei Remscheid) stammt, und schließlich als Berufsname einen Blumengärtner. Die etwa 27 700 Blum wohnen hauptsächlich in Rheinland-Pfalz, Hessen und Baden-Württemberg. In Norddeutschland gelten als Entsprechungen Bluhm (5400), Blume (12 600), Blohm (4100), Bloom (280) und Blome (3700). Warum der Name kaum in Bayern vorkommt, wäre noch zu klären. Bei den Mitgliedern der BZ-Redaktion fehlen nur Familiennamen, die eindeutig durch eine Wohnstätte veranlasst sind. Ein Beispiel dafür wäre Spiegelhalter, "der an der Halde wohnt, auf der sich die Sonne spiegelt".
von Konrad Kunze
am Fr, 12. August 2016

Badens beste Erlebnisse