Klassik

En suite-Festival: Antoine Tamestit

Bratschist

Wann
Fr, 9. Juli 2021, 11:00 Uhr
Wo oder WAS
Baden-Baden
Hotel Maison Messmer
Malersaal

Corona-Pandemie:
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Mit dem Ferrari der Stradivaris - Antoine Tamestit
Die Festspiele Baden-Baden finden im Sommer 2020 in Hotels und dem Museum
Frieder Burda statt. Unter dem Motto »En suite« gibt es ein Konzert-Programm mit
internationalen Künstlerinnen und Künstlern sowie fest eingeplanten »Aha-
Effekten« vom 18. Juli bis zum 30. August 2020.
Den Auftakt des »En suite«-Festivals macht im Malersaal des Hotels
Maison Messmer der international als einer der einzigartigsten
Bratschisten gefeierte Antoine Tamestit. In seinen Konzerten am Samstag
18. Juli, 16 Uhr, und Sonntag 19. Juli, 11 Uhr, stellt er auf reizvolle Weise
Werke Johann Sebastian Bachs denen seines Zeitgenossen Georg Philip
Telemann gegenüber. Festspielhaus-Dozent Dariusz Symanzski wird in
das Konzert einführen und so für zusätzliche Aha-Effekte beim
Musikgenuss sorgen.
Sowohl als Solist, Rezitalist und Kammermusiker ist Antoine Tamestist für seine
unübertroffene Technik und die vielgerühmte Schönheit seines farbenreichen
Bratschentons bekannt. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen bei renommierten
Instrumentalwettbewerben, wie bei den New Yorker Young Concert Artists
Auditions und dem Internationalen Musikwettbewerb der ARD. Und auch sein
Instrument ist einzigartig: Antoine Tamestist spielt die vielleicht wertvollste
Viola der Welt: Er konzertiert auf der 1672 von Stradivari gebauten »Mahler«-
Bratsche, die vermutlich erste Viola, die von Stradivari stammt. Sein Repertoire
reicht von der Barockzeit bis zur Gegenwart. In der aktuellen Saison sollte er mit einem umfangreichen Programm an Solo- und Kammerkonzerten »Portrait
Artist« des London Symphony Orchestra sein, was die Corona-Pandemie
unmöglich gemacht hat. Seine Residenz an der Kammerakademie Potsdam
konnte er mit zwei Konzerten zumindest teilweise in Anspruch nehmen.
Er spielte mit dem NDR Elbphilharmonie Orchester, der Sächsischen
Staatskapelle Dresden, dem Orchestre de Paris, den Wiener Symphonikern,
dem Tokyo Metropolitan Symphony Orchestra und dem São Paulo Symphony
Orchestra. Neben Sir John Eliot Garniner arbeitet er regelmässig mit den
Dirigenten Valery Gergiev, Riccardo Muti, Marek Janowski, Antonio Pappano,
François-Xavier Roth und Franz Welser-Möst zusammen.
In der Zeit Bachs und Telemanns hatte die Bratsche im Ensemble der
Streichinstrumente noch sehr viel mehr zu tun, als viele ihr heute zutrauen: Die
Unterwerfung der Mittelstimmen kam erst im Rokoko und in der Wiener Klassik.
War die Bratsche zuvor gleichberechtigter Partner im polyphonen
Stimmgeflecht, verschwand sie nun in der vernachlässigten Mitte zwischen den
Geigen, die oben jubilierten, und den Celli und Bässen, die unten Halt gaben.
Tamestit deutet in seinem Programm die Bratsche wieder um: aus der lauen
Mitte wird der wandlungsfähige, nach vielen Seiten offene Mittler: Denn es ist
eine Stärke seines Instruments, dass auf ihm spieltechnisch alles möglich ist,
was auch die Geige kann, wenn auch deren brillante Höhe fehlt. Zudem hat die
Bratsche im tieferen Register mehr zu bieten als ihre zierliche Schwester - sie
betört mit warmem, vollem Ton.
In den Konzerten am 18. und 19 Juli erklingen im Malersaal des Maison
Messmer Fantasien von Georg Philipp Telemann und Suiten von Johann
Sebastian Bach. Entstanden sind Bachs Suiten wie auch Telemanns Fantasien in
den 1720er und 30er Jahren. Waren Telemanns Fantasien im Aufbau von Bach
gar nicht so weit entfernt - auch in ihnen verbergen sich kleine Tanzsuiten und
flotte Gigues im Dreiachteltakt. Doch während bei Bach die Musik
voranschreitet wie in einem Selbstgespräch oder einer Meditation, hört man bei Telemann das »Publikum« immer gleich mit. Er bevorzugte klar umrissene, eingängige Melodien und folkloristische Rhythmen und komponierte mit Blick auf musikalische Laien, die seine Noten kauften oder Unterricht bei ihm
nahmen. Damit stieß er eine Tür auf zur bürgerlichen Musikkultur, die nicht
mehr für Gott oder den König, sondern für sich selbst musizierte. Dass er in
Leipzig aus geselligem Musizieren unter Studenten die öffentlichen
»Kollegiumskonzerte« formte, passt in diese neue Musikkultur. Sein Nachfolger
als Leiter dieser Konzerte war dann gleichwohl kein Geringerer als Bach.
Der Malersaal aus der Zeit der Belle Époque ist das Herzstück unter den
festlichen Sälen, die das traditionsreiche Hotel Maison Messmer für
außergewöhnliche und exklusive Veranstaltungen bereithält. Schon im alten
»Messmer« war der Malersaal Ort für festliche Events, hier gab sich die High
Society von Baden-Baden ein Stelldichein. Aufwendig restauriert, mit über
sieben Metern Raumhöhe und einem geradezu imperialen Ambiente, knüpft der
Malersaal heute wieder an diese Tradition an und bietet einen idealen Rahmen
für den En suite- Auftakt.
Weitere Informationen: www.festspielhaus.de
Tickets online bis zwei Tage vor der Veranstaltung, telefonisch Montag bis
Freitag 9 bis 18 Uhr unter 07221 / 30 13 101
Quelle: Veranstalter

Veröffentlicht am Di, 30. März 2021 um 08:03 Uhr

  • Werderstraße 1
  • 76530 Baden-Baden

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