Kunst

Walter Eberhardt

Holzschnitte zum Sonnengesang von Franz von Assisi

Wann
Mi, 8. Februar 2023, 08:00 - 12:00 Uhr
Weitere Termine
Wo oder WAS
Ortenberg
Rathaus
Ausstellung "SONNENGESANG" verlängert bis Freitag, 10. Februar
Eine gute Nachricht:
Die im Rathaus Ortenberg gezeigte Ausstellung "Sonnengesang" mit Werken von Walter
Eberhardt wird bis zum 10. Februar verlängert. Der "Sonnengesang" des Franz von Assisi
entstand kurz vor seinem Tod vor fast genau 800 Jahren. Er ist heute aktueller denn je,
und hat den Künstler Walter Eberhardt inspiriert den Lobgesang in Bildern darzustellen. Es
sind insgesamt 10 Bilder entsprechend der Anzahl der Strophen. Die gezeigten Werke
sind mehrfarbige Drucke von Holzschnitten, für jedes Bild musste Walter Eberhardt daher
mindestens drei gleiche Druckstöcke anfertigen. Die würdige Umsetzung des
geschriebenen Wortes in eine künstlerische, figürlich - bildliche Darstellung ist eine große
Herausforderung an einen Künstler, zumal der Text vielschichtig interpretiert werden kann.
Zum besseren Verständnis wird den Besuchern der Ausstellung der zu dem Bild
gehörende Text angeboten, und zwar in der genauen, passenden Übersetzung, d.h. die
Sonne ist männlich - wie im italienischen Original "il sole", der Mond ist weiblich (la Luna).
So versteht man die Gegenüberstellung von Bruder Sonne und Schwester Mond, eine
Gegenüberstellung, die sich im Lobgesang logisch fortsetzt.
Der Sonnengesang wird in der Hauptsache als ein Lobgesang auf die Herrlichkeit der
Schöpfung Gottes gesehen. Aber neben dem tief-religiösen Aspekt zeigt er auch eine sehr
moderne Auffassung der Schöpfung. Sie ist eine kosmische Einheit verschiedener,
gleichberechtigter Wesen. Eine Familie, in der die Rolle des Menschen nicht dominierend
oder gar ausbeuterisch tätig ist. Alle Elemente dieser Schöpfungsfamilie werden positiv
dargestellt. Das gilt auch für die Wesen der Schöpfung die von uns Menschen eher
negativ gesehen werden. Das Feuer ist nicht destruktiv, es wird von einem furchtlosen
"Lucifer" getragen, die Figur ist selbst ein Feuerträger. So wird das Negative - die
Dunkelheit - vom Licht bringenden Feuer verdrängt und vernichtet. Selbst der Tod ist
positiv in diesen Familienkreis eingebunden, als Teil der Schöpfung und daher als Teil des
Lebens. Die menschliche Figur reicht dem Tod willkommend die Hände, der Kreislauf des
Lebens wird geschlossen. Im Bild schließt diese Geste einen Kreislauf mit dem Kreuz als
Mittelpunkt. Der Tod verliert seinen Schrecken und wird zu einer willkommenen Brücke zu
einem neuen Leben im christlichen Sinn.
Nicht allein die geschwungenen Formen und Kreisläufe spiegeln das Positive und den
lebhaften Schwung der Schöpfung. Die Farbgebung ist stimmig mit dem dargestellten
Motiv: die Sonne strahlt hellgelb, der Mond erscheint gold-gelb im dunklen Nachthimmel,
das Wasser und die Quellnymphe sind logischerweise blau und die Sterbeszene ist - wie
gewohnt - grau - schwarz.
Und so gibt es in dieser Ausstellung noch Vieles zu entdecken. Die neben den Bildern
gezeigten passenden Strophen des Sonnengesangs sind ein hilfreicher Schlüssel für die
eigene Interpretation des Betrachters. Ein Besuch der Ausstellung könnte zur
Entdeckungsreise werden. Ein Besuch lohnt sich!
Quelle: Veranstalter

Veröffentlicht am Fr, 03. Februar 2023 um 10:56 Uhr

  • Dorfplatz 1
  • 77799 Ortenberg



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