Nachnamen in der Region

Die häufigsten Nachnamen in Ebringen

Schüler, Jenne, Danner - der Namensfachmann Konrad Kunze erklärt die häufigsten Familiennamen aus Ebringen

EBRINGEN. In einer BZ-Serie erklärt der Sprachwissenschaftler Konrad Kunze, welche Wurzeln Namen haben. Heute geht es um die häufigsten Namen in Ebringen.

Diese sind Schüler (69), Kuhn (49), Schneider (41), Jenne (25), Linsenmeier (23), Thoma (23), Zimmermann (23), Gutgsell (19), Bechtold (17), Danner (16), Huber (16), Braun (14), Mißbach (14), Müller (14), Rees (14) und Hall (13). Davon gehören Müller, Schneider, Zimmermann, Braun, Huber und Kuhn zu den häufigsten Namen Deutschlands. Sie nehmen unter ihnen die Ränge 1, 3, 20, 21, 41 und 89 ein. Braun ist der Nachkomme eines Bruno, Kuhn der Nachkomme eines Konrad, Huber der Besitzer einer Hube (30 bis 60 Morgen Land).

Die anderen Namen sind typisch für die hiesige Region, mit Ausnahme von Mißbach und Schüler. Von den rund 830 Mißbachs und 190 Missbachs wohnen die allermeisten im Raum Dresden und haben sich von da aus nach Berlin, Leipzig und in weitere Gegenden verstreut. Ob ein Zusammenhang mit den hiesigen Mißbachs besteht, kann nur die Familienforschung klären. Auf jeden Fall handelt es sich um jemanden, der einmal an einem Mißbach (Bach in sumpfigem Gebiet) wohnte.

Schüler (rund 17 600) meint jemanden, der eine Schule besucht hat. Das Auffällige ist, dass dieser Name eigentlich in der Nordhälfte von Deutschland beheimatet ist. Im Südwesten heißt man Schuler, ein häufiger Name etwa in St. Peter, in Bayern heißt es Schuller. Nur in Ebringen gibt es sozusagen eine Schüler-Insel in Süddeutschland. Ob es sich um einen aus dem Norden eingewanderten Namen handelt, wäre noch zu klären.

Die rund 1120 Jennes wohnen hauptsächlich im Breisgau, die meisten in Bötzingen, wo 2,5 Prozent der Einwohner so heißen, die zweitmeisten in Freiburg, die drittmeisten in Ebringen. Es ist eine alemannische Kurzform des Rufnamens Johannes. In Freiburg ist schon im Jahre 1318 ein Heinrich Jenne bezeugt.

Nachkommen eines Thomas heißen nördlich einer Linie Karlsruhe – Würzburg – Hof Thomas (rund 46 100), südlich davon aber Thoma (12 800), was den süddeutschen Dialekten entspricht. Der Name ist im Südschwarzwald häufig, sichtbar beispielsweise am berühmten Maler Ludwig Thoma aus Bernau, und dann auch in Freiburg und Ebringen.

Bechtold ist eine Dialektform des Rufnamens Bertold, der ursprünglich Berchthold lautete und in manchen Regionen zu Becht(h)old verkürzt wurde. Die 3800 Bechtold finden sich vor allem in Nordbaden und Südhessen, dazu 1200 Bechthold im Raum Gießen.

Bei den 1900 Rees handelt es sich um eine Kurzform des Rufnamens Andreas. Der Familienname ist im ganzen Südwesten verbreitet, die größten Nester finden sich in Spaichingen und besonders in Oberried, wo 2,5 Prozent der Einwohner diesen Namen tragen.

Linsenmeier ist ein Bauer mit herrschaftlichen Befugnissen, der für den Anbau der Linsen verantwortlich ist, wie der Gestenmeier, Dinkelmeier, Fesenmeier für diese Getreidesorten. Die 330 Linsenmeier finden sich einerseits in Ebringen, andererseits weit entfernt im Raum Gunzenhausen. Dazu kommen 170 Linsenmeyer im Raum Erlangen-Nürnberg sowie 370 Linsenmaier und 130 Linsenmayer im Raum Stuttgart.

Danner ist der, der an der Tanne oder am Tannenwald wohnt oder aus einem Ort namens T(h)ann stammt. In Bayern heißen sie T(h)anner (2900), im alemannischen Dialektraum Danner (5900). Ebringen weist die größte Danner-Dichte in Baden auf. Die rund 3100 Hall findet man im Rheinland, aber auch in Südwestdeutschland. Das größte Nest befindet sich in und um Donaueschingen. Es sind Personen, deren Vorfahren aus einem der vielen Orte namens Hall stammen.

von Konrad Kunze
am Mi, 07. September 2016

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