Mit den Franken für die Freiheit...

"Was, gerade Du warst beim ’Bund’?" kriege ich heute noch immer mal zu hören.Wenn ich dann erwähne: "Sogar zwei Jahre, freiwillig" ist die Verblüffung groß. Na ja, als "Z 2" (verpflichtet für zwei Jahre) gab’s 1000 Mark im Monat – ein Batzen Geld für einen bisherigen Schüler. Machte ich aber erst, als ich den "Bund" ein paar Wochen kennen gelernt hatte. Wobei das nur ein Nebenaspekt für mich war: Erstens wusste ich nach dem Abitur noch nicht, was ich machen sollte. Zweitens wäre ein Zivi-Krankenhaus-Job nichts für mich gewesen und, vor allem, drittens: Verweigern war damals bei uns kaum ein Thema. Der Erste aus meinem Freundeskreis, der das machte, war Peter, aber erst drei Jahre später. 1975, da war noch Entspannungspolitik. Ein Krieg, Atomkrieg gar erschien uns undenkbar. Zudem waren wir hier im Südwesten buchstäblich "weit vom Schuss". Außer den französischen Soldaten in Freiburg spielte Militär im öffentlichen Leben hier keine Rolle. Und der "Feind" saß ja weit weg, im Osten, noch weiter als Bayern gar. Dem allem kam ich näher mit der Einberufung: Zur Grundausbildung ging es nach Regensburg – von Südbaden über 500 Kilometer weg, vom damaligen "Ostblock" nur 100. Die Grundwehrzeit war recht hart, danach wurde ich Schreibfunker, leider nicht mehr in Regensburg, für mich bis heute eine der schönsten Städte überhaupt. Beim "Bund" lernte ich nicht nur Militärisches, sondern auch, dass es in Bayern neben Bayern auch Schwaben und Franken mit diversen Untergattungen gibt – allesamt sprachen sie fremde, hochinteressante Dialekte. Ach ja, mit meinem Zivi-Freund Peter war ich später, in den 80ern, auch mal bei einer Demo gegen die Nachrüstung. Von Gorbatschows Friedenspolitik noch später war ich dann so angetan wie als Schüler von Brandts "Wandel durch Annäherung". Von daher hinterließ der "Bund" also keine "Schäden" bei mir. Der Autor (54)war von Oktober 1975 bis September 1977 zwei Jahre lang bei der Bundeswehr in Regensburg und Dillingen an der Donau.

von Bernd Fackler
am Sa, 09. April 2011

Badens beste Erlebnisse