Ein außergewöhnliches Jazztrio nähert sich der romantischen Klangwelt Robert Schumanns auf eigene Weise. Mit den Musikern Jörg Kaufmann (Saxophone, Flöten), Mathias Haus (Vibraphon) und Conrad Noll (Kontrabass, Cello) werden Schumanns Kinderszenen op.15 in einer kammermusikalischen Besetzung neu interpretiert - inspiriert von zeitgenössischem Jazz, trotzdem aber tief verwurzelt in der Originalsprache Schumanns. Der musikalische Ansatz ist kein Crossover im üblichen Sinne, vielmehr entsteht eine eigenständige Klangwelt, in der die Poesie der romantischen Charakterstücke für Klavier auf Elemente aus dem Jazz trifft. Dabei wird die lyrische Essenz der Kinderszenen bewahrt, lässt sie aber gleichzeitig durch veränderte harmonische Farben, neue rhythmische Perspektiven oder freie formale Gestaltung in ein neues Licht treten. Das Trio vereint drei Musiker mit langer Erfahrung an der Schnittstelle von klassischer Musik, freier Improvisation und modernem Jazz. Die Instrumentierung schafft dabei eine transparente, kammermusikalische Ästhetik, die die Tiefe der Vorlage respektvoll reflektiert - und zugleich offen ist für klangliche Neuentdeckungen.
Joerg Kaufmann (Saxophone, Flöten) Joerg Kaufmann studierte Schulmusik und Germanistik in Saarbrücken sowie Jazz-Saxofon und Flöte an der Musikhochschule Köln. Seitdem ist er in zahlreichen Tourneen und Produktionen mit internationalen Jazzgrößen zu hören, darunter Alphonse Mouzon, Peter Herbolzheimer, Sammy Nestico oder Bobby Shew. Von 2000 bis 2008 war er festes Mitglied der SWR Big Band; seit 2003 arbeitet er regelmäßig mit der Organistin Barbara Dennerlein zusammen. Neben vielen Produktionen als Sideman veröffentlichte Kaufmann fünf CDs unter eigenem Namen. Über zwanzig Jahre lang lehrte er an Hochschulen und Universitäten in Arnhem, Köln und Mainz; außerdem war er dreizehn Jahre als Musiklehrer an einer gymnasialen Oberstufe tätig. Heute arbeitet er freiberuflich in verschiedenen Bandprojekten und trat 2023 unter anderem mit der SWR Big Band, Chris Potter und Melissa Aldana in New York auf.
Mathias Haus (Vibrafon) Mathias Haus zählt zu den vielseitigsten Jazz-Vibrafonisten seiner Generation. Von Klavier und Schlagzeug kommend, fand er früh zum Vibrafon: Bereits mit 16 Jahren studierte er klassisches Schlagwerk in Düsseldorf, später Jazzvibrafon bei Gary Burton in Boston sowie Komposition bei Hal Crook, John La Porta und Herb Pomeroy. Der vielfach ausgezeichnete Musiker ist auf mehr als 30 CDs als Leader oder Gastmusiker vertreten. Er arbeitete unter anderem mit Steve Swallow, Carla Bley, Rainer Brüninghaus, Wolfgang Engstfeld sowie den Radio-Bigbands von HR, NDR, SWR und WDR. 2023 wurde seine Komposition „All My Life“ von den Düsseldorfer Symphonikern in der Tonhalle Düsseldorf aufgeführt.
Conrad Noll (Kontrabass, Cello) Conrad Noll ist ein in Köln lebender Kontrabassist und Cellist. Nach frühem klassischem Cellounterricht wandte er sich mit 16 Jahren dem Kontrabass zu und studierte ab 2011 an der Hochschule für Musik und Tanz Köln, unter anderem bei Sebastian Gramss, Dietmar Fuhr und Dieter Manderscheid. Später erweiterte er sein Profil um ein Bachelorstudium im Fach Jazz-Cello. Als Bandleader ist er mit seiner Formation „My Little Cello“ zu hören; als Sideman arbeitet er mit beiden Instrumenten in unterschiedlichen Besetzungen zwischen traditionellem Jazz und freier Improvisation.