Martina Hefter: Nach der Sonne schauen Moderation: Annette Pehnt
Iona Bartschok sieht die Zukunft so hochgetürmt über einem See im Leipziger Süden, dass sie sich hineinstürzen möchte. Fünftausend Jahre, weit genug entfernt von der Gegenwart, aber gerade noch nah genug für ihr neues Projekt. Die Installationskünstlerin bezieht den Sommer über eine umgebaute Industriehalle inmitten einer künstlich gefluteten Tagebau-Region, die von Abraumhalden und einem immerwährenden Wind geprägt ist. Sie sucht Abstand zu ihrem Stadtleben, nachdem ein Maler eines ihrer wichtigsten Kunstwerke, ein Baumhaus, mit dem Wort „Bullshit“ besprüht hat. Ein Hund läuft ihr zu, die kämpferische Nichte ihres Vermieters steht vor der Tür und während draußen der Wind zunimmt, der Regen die Straßen flutet, drängt sich mit aller Macht das Leben zurück in die Halle. Wie in ihrem mit dem Deutschen Buchpreis 2024 ausgezeichneten Roman „Hey guten Morgen, wie geht es dir?“ gelingt der Schriftstellerin und Performance-Künstlerin Martina Hefter mit „Nach der Sonne schauen“ (Klett-Cotta, 2026) eine atmosphärisch aufgeladene Erzählung. Über eine Frau, die aufbricht, so leichtfüßig wie existenziell.
Arne Rautenberg: 19 Türen Moderation: Katharina Knüppel
„Unter den deutschen Lyrikern der Gegenwart ist Arne Rautenberg eine wundersame Doppel- und Dreifachbegabung“, schreibt der Literaturwissenschaftler und Dichter Heinrich Detering. Leichtfüßig und trittfest balanciere er mit seinen Gedichtbänden, Kinderversen und bildkünstlerischen Arbeiten an den Grenzen der Genres, zwischen Lyrik und Grafik, Bild und Text. Der jüngste Band „19 Türen“ (Wunderhorn, 2026) versammelt „lyrische Mobiles, anmutige kleine Kunstmaschinen“ (FAZ), angetrieben vom Wind, der in Rautenbergs schleswig-holsteinischer Heimat weht. Das Meer und die Küstenlandschaft bilden einen der poetischen Resonanzräume, in denen Natur und Sprache in Verbindung treten. Die Verse führen weiter nach Rom, das der Autor als Stipendiat der Villa Massimo erkundet, und immer wieder in die Kunst- und Literaturgeschichte. Und, hinter den 19 Türen, in ein unbewusstes Reich, zum Ursprung der Sprache, ihrem Eigensinn - dorthin, wo sie Zauber, Wunder, Wagnis ist.
Julia Weber: Weil ich Ruth bin Moderation: Martin Bruch
Förderer: Kulturamt der Stadt Freiburg, Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg, Sparkasse Freiburg-Nördlicher Breisgau, Guzzoni-Federer-Stiftung, Deutsche Pfandbriefbank Kooperationspartner: Theater im Marienbad, Buchhandlung jos fritz Kulturpartner: SWR Kultur