Vortrag & Lesung

Rechte Milliardäre: Mächtige Meinungsmacher in Frankreich

Freiburg im Breisgau Max-Kade-Auditorium (Alte Universität)
Di, •

Beschreibung

Julia Borutta Quelle: Veranstalter
In Frankreich nehmen zwei rechtsnationale Milliardäre die Demokratie in den Klammergriff: Da ist zum einen der identitäre Industrielle Vincent Bolloré, der sich dem Kreuzzug gegen Immigration und »Wokisme« verschrieben hat. Er sieht die französische Zivilisation bedroht und hat deshalb zahlreiche TV-Sender, Radio-Stationen, Zeitungen, Verlage und Buchhandlungen aufgekauft. Außerdem investiert er in Meinungsforschungsinstitute und Kommunikationsagenturen. Er hat ein rechtes Meinungsimperium geschaffen, das er im beginnenden Präsidentschaftswahlkampf in Stellung bringt. Und dann ist da Pierre-Edouard Stérin, ein milliardenschwerer Steuerflüchtling, der in Belgien lebt und nach eigenen Worten »ein Heiliger« werden will. Auch er kämpft gegen Immigration und für ein christliches Ur-Frankreich. Er fördert sein rechtsnationales Weltbild, indem er zivilgesellschaftliche Vereinigungen beispielweise gegen Abtreibung fördert, in katholische Privatschulen investiert und folkloristische Feste finanziert. Beide setzen darauf, dass bei den Präsidentschaftswahlen im kommenden April Marine Le Pen vom rechtsradikalen Rassemblement National gewinnt - gestützt von einer Allianz aller rechten Parteien.
Wie kann es sein, dass Milliardäre, die in der Industrie ihr Vermögen aufgebaut haben, eine derartige Medienmacht erlangen? Welche Folgen hat diese Entwicklung für die Meinungsvielfalt und die Verbreitung von Hassrede und Ausländerfeindlichkeit in Frankreich? Wie konnte diese Medienmacht überhaupt zustande kommen? Könnte Frankreichs Modell Schule machen?

Julia Borutta arbeitet seit August 2021 als WDR-Korrespondentin für das ARD Studio in Paris. Seitdem ist der Aufstieg rechtspopulistischer Parteien in Frankreich eines ihrer Schwerpunktthemen. Im September 2026 gewann sie für ihr Radio-Feature »Frankreich - wie rechte Meinungsmacher den Diskurs verschieben« den deutsch-französischen Journalistenpreis in der Kategorie Newsformate.

Der Eintritt ist frei. Eine Voranmeldung ist nicht erforderlich.

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