Vortrag & Lesung

Der vergessene Nobelpreisträger?

Freiburg im Breisgau Universität, KG I, Hörsaal 1015
Mi, •

Beschreibung

Zur negativen Monumentalität von Rudolf Eucken. Björn Thesing Quelle: Veranstalter
Der vergessene Nobelpreisträger? Zur negativen Monumentalität von Rudolf Eucken

Nur wenige Figuren der modernen Geistesgeschichte geben ein so eindrückliches Beispiel dafür ab, dass aus umfassendem Ruhm zu Lebzeiten keine Garantie für eine überzeitliche Geltung folgt. Im ausgehenden 19. Jahrhundert stieg Rudolf Eucken (1846–1926) vom Philosophieprofessor allmählich zu einem der prägendsten Intellektuellen und einflussreichsten Kulturkritiker des Kaiserreichs auf. Bis zu seinem Tod prägte Euckens neuidealistische Philosophie das kulturelle Leben seiner Zeit in nahezu allen Bereichen. 1908 wurde er mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet, in den folgenden Jahren kann er als populärster deutscher Philosoph gelten, heute ist er beinahe vollständig vergessen. Aus Anlass von Euckens 100. Todestag am 15. September 2026 werden seine Person und Philosophie noch einmal in den Mittelpunkt gerückt, wobei der Vortrag versucht, eine Frage zu beantworten, die der vergessene Nobelpreisträger im Kontext des Schillerjubiläums im Jahr 1905 in ähnlicher Form selbst gestellt hatte: „Was können wir heute aus Eucken gewinnen?“

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