Endlich Klarheit. Malerei, Installation
Quelle: Veranstalter
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Foto: Markus Witt
endlich Klarheit!
Bildnisse von Susanne Ritter Objekte von Erik Weiser
Zum ersten mal begegneten sich Susanne Ritter und Erik Weiser in der Ausstellung Ikon/Ikone/Kultbild 2024 im Designhaus in Darmstadt. Beide waren mit zentralen Werken dort vertreten. Sehr schnell wurde ihnen klar, dass ein gemeinsamer Auftritt in einer Doppelausstellung von hohem Reiz und Wert sein müsste, da beide mit ihrem Oeuvre ähnliche Ziele verfolgen, aber, wie auch anders, auf den unterschiedlichsten Wegen.
Hierbei stellt Erik Weiser die entscheidende Frage so: Kann ich ein Bild, einen Spiegel des zeitgenössischen Mitmenschen aus seinen Spuren entwickeln, aus dem, was er hinterlässt? Und Susanne Ritter: Werde ich der herausfordenden Präsenz des anderen gerecht, indem ich einfach ein Bild von ihm male?
Der Ort des Geschehens ist für beide der urbane Raum; die „Fundstücke“, aus denen sie ihre Kunst entwickeln, finden sie in den Großstädten.
Erik Weiser liest sie auf am Straßenrand. Es sind Überbleibsel menschlichen Handelns, Gebrauchtes, Verworfenes, Schrott aus der Massenproduktion. Er verdichtet, verformt und verfremdet das Gefundene oder er vervielfältigt es, wodurch es seine Handschrift bekommt und zum Symbol, zum Träger einer neuen magischen Bedeutung wird.
Die „Fundstücke“ von Susanne Ritter sind zufällige Passanten, Menschen, die ihr begegnen. Im Bild stellt sie sie allein und vergrößert in einer künstlichen Farbigkeit dar. Die Farbe und die trotz des vergrößerten Motivs feine Malerei sind Zeugnis sensibler Annäherung an den anderen, in der serienmäßigen Reihung der Bildnisse erscheint das Gegenüber gleichzeitig als Teil seines sozialen Umfelds und seiner Epoche.
Es entstehen emblematische Werke von unterschiedlicher Art, die sich, so ist zu hoffen, in dieser Ausstellung gegenseitig verstärken und erklären, indem sie nämlich in Beziehung zueinander, zum Raum und zu den Besuchern treten. So könnten die Betrachter durch die Auseinandersetzung mit dem Bild des anderen auf sinnliche Weise eine Erweiterung ihrer Vorstellung von ihrem eigenen vielschichtigen dynamischen Wesen erfahren.