Vortrag & Lesung

Hölle in Gaza heute - und morgen? Bericht und Ausblicke des Augenzeugen Abed Schokry

Offenburg Stadtteil- und Familienzentrum Innenstadt
So, •

Beschreibung

Quelle: Veranstalter
Auch wenn offiziell ein Waffenstillstand gilt, geht der
Völkermord im Gazastreifen weiter. Seit Oktober 2025
wurden mehr als 1000 Palästinenser*innen im Gazastreifen
getötet. Die israelische Armee weitet ihre Besatzungszone
immer weiter aus und schnürt die in Trümmern lebende
Bevölkerung immer wieder von der Versorgung ab.

Abed Schokry hat die Hölle in Gaza selbst erlebt. Er
berichtet aus erster Hand. Vom Alltag zwischen Angst und
Hunger. Von der verzweifelten Suche nach dem Nötigsten.
Vom Zusammenhalt der Menschen. Und er spricht über das,
was mit den Hörsälen und Schulen verschwindet: die
Zukunft einer ganzen Generation. Kinder, die seit Jahren
nicht zur Schule gehen. Studierende ohne Universität.
Bildung und Kultur als Ziel der Zerstörung. Aber er sieht
auch eine Vision auf Basis der widerständigen Kraft der
palästinensischen Bevölkerung, genannt Sumud. Die kann
allerdings erst Realität werden, wenn Deutschland und
Europa nach Völkerrecht und Menschenrechten handeln, so
wie es im Assoziierungsabkommen zwischen EU und Israel
vorgesehen ist.

Prof. Abed Schokry wuchs mit elf Geschwistern in Gaza-
Stadt auf. Nach seinem Abitur kam er 1990 nach
Deutschland und studierte an der Technischen Universität
Berlin Medizintechnik. Nach seiner Promotion kehrte er 2007
nach Gaza zurück und lehrte jahrelang an der Universität
Gaza Arbeitswissenschaft und Qualitätsmanagement,
zuletzt als Vizedekan. Im Oktober 2023 wurde seine
Universität zerbombt. Über 200 Tage harrte er mit seiner
Frau und fünf Kindern im Gazastreifen aus, mehrfach
vertrieben, in Notunterkünften. 2024 gelang ihm die Flucht
über Agypten nach Deutschland. Viele seiner Verwandten
und Bekannten sind unter den über 70.000 Getöteten.
Heute lebt er in Bonn.

Eintritt frei

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