Vortrag & Lesung

Josef Pieper

Freiburg im Breisgau Gemeindezentrum St. Franziskus
Mi, •

Beschreibung

Über die Liebe in Zeiten identitärer Selbstbezogenheit. Referent: Prof. Bertold Wald Quelle: Veranstalter
Bildungswerk Freiburg Wiehre-Günterstal Programm Oktober 2026–Januar 2027. In Zusammenarbeit mit der Bernhard-Welte-Gesellschaft, Freiburg e.V. Philosophische Ermutigungen zum Leben aus dem Glauben: Begegnungen mit bedeutenden christlichen Theologen und Philosophen des 20. Jahrhunderts. Das 20. Jahrhundert sah den Aufstieg autoritärer und totalitärer politischer Regime, die zumeist durch einen aggressiven Atheismus geprägt waren. Seit den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts breiteten sich bei den Intellektuellen inner- und außerhalb der Universitäten westlicher Länder neomarxistische Ideologien und psychoanalytisch fundierte Weltanschauungen aus, die sich nicht zuletzt durch eine radikale Kritik des Christentums hervortaten. Umso wichtiger wurden für alle Christen, die ihrem Glauben treu bleiben wollten, Philosophen, die sich in kompetenter Auseinandersetzung mit diesen Strömungen um den Aufweis der bleibenden Glaubwürdigkeit christlicher Grundüberzeugungen bemühten. Vier von diesen Denkern, die uns auch im 21. Jahrhundert für ein vertieftes Verständnis der existentiellen und der gesellschaftlichen Bedeutsamkeit des christlichen Glaubens hilfreich sein können, sollen in dieser Vortragsreihe vorgestellt werden. „Alles Glück ist Liebesglück“ – so hat Josef Pieper seine lebenslange Beschäftigung mit diesem unerschöpflichen Thema auf eine kurze Formel gebracht. Entfaltet ist dieses große Thema in seinem Buch „Über die Liebe“ (1972). Menschliche Liebe und naturhaftes Glücksverlangen sind nicht voneinander zu trennen. Eine Diffamierung dieses Verlangens als „egoistisch“ wie auch die Diskreditierung des Geliebtwerdenwollens sind Ausdruck menschlicher Selbstüberhöhung und eine Simplifizierung des Sachverhalts. Wer liebt, will glücklich sein, indem er liebt. Dennoch richtet sich der Liebende nicht auf sein Glück, sondern auf die geliebte Person. Freude und Glück sind eine Folge der Liebe und nicht ihr Grund. Die Verkehrung dieses Zusammenhangs, ein Begehren ohne Liebe, ist das Thema von Piepers Interpretation des platonischen Dialogs „Phaidros“ (1962) – mit hohem Wiedererkennungswert für die Pathologien unserer Zeit. Im Anschluss an die Veranstaltungen besteht bei einem Umtrunk im Foyer die Möglichkeit zu individuellem Austausch. Prof. Dr. Bertold Wald (Theol. Fakultät Paderborn, Vorsitzender der Josef-Pieper-Stiftung). Eintritt frei! Mit freundlicher Unterstützung der Sparkasse Freiburg-Nördlicher Breisgau.

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