Vortrag & Lesung

Gabriel Marcel

Freiburg im Breisgau Gemeindezentrum St. Franziskus
Mi, •

Beschreibung

Das Wagnis der Hoffnung. Referent: Dennis Sölch Quelle: Veranstalter
Bildungswerk Freiburg Wiehre-Günterstal Programm Oktober 2026–Januar 2027. In Zusammenarbeit mit der Bernhard-Welte-Gesellschaft, Freiburg e.V. Philosophische Ermutigungen zum Leben aus dem Glauben: Begegnungen mit bedeutenden christlichen Theologen und Philosophen des 20. Jahrhunderts. Das 20. Jahrhundert sah den Aufstieg autoritärer und totalitärer politischer Regime, die zumeist durch einen aggressiven Atheismus geprägt waren. Seit den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts breiteten sich bei den Intellektuellen inner- und außerhalb der Universitäten westlicher Länder neomarxistische Ideologien und psychoanalytisch fundierte Weltanschauungen aus, die sich nicht zuletzt durch eine radikale Kritik des Christentums hervortaten. Umso wichtiger wurden für alle Christen, die ihrem Glauben treu bleiben wollten, Philosophen, die sich in kompetenter Auseinandersetzung mit diesen Strömungen um den Aufweis der bleibenden Glaubwürdigkeit christlicher Grundüberzeugungen bemühten. Vier von diesen Denkern, die uns auch im 21. Jahrhundert für ein vertieftes Verständnis der existentiellen und der gesellschaftlichen Bedeutsamkeit des christlichen Glaubens hilfreich sein können, sollen in dieser Vortragsreihe vorgestellt werden. Der französische Philosoph und Dramatiker Gabriel Marcel (1889–1973) gehört, obwohl er sich selbst nie gern als „Existentialist“ bezeichnen ließ, zu den bedeutendsten Vertretern dieser Denkrichtung – und zugleich zu ihren eigenwilligsten. Anders als Zeitgenossen wie Sartre oder Camus, für die Angst und Verzweiflung die Grunderfahrung des Menschen bilden, entwickelt er eine Philosophie der Hoffnung: keine naive Zuversicht, dass am Ende schon alles gut wird, sondern eine Haltung, die selbst einer Welt standhält, die den Menschen zunehmend nur noch als Problem behandelt, das sich klären und lösen lässt, statt als Geheimnis, in das er selbst verwickelt ist. Wer hofft, so Marcel, bleibt offen für das, was noch kommen kann, und verschließt sich nicht vor dem Anderen. Sein berühmter Satz „Ich hoffe auf dich für uns“ zeigt, dass Hoffnung für ihn nie ein einsamer Akt ist, sondern auf Beziehung, Vertrauen und Liebe angewiesen bleibt. Auch ein halbes Jahrhundert nach seinem Tod hat Marcels Philosophie der Hoffnung nichts von ihrer Kraft verloren – in einer Gegenwart, die von zahlreichen Zukunftsängsten geprägt ist, mehr denn je. Im Anschluss an die Veranstaltungen besteht bei einem Umtrunk im Foyer die Möglichkeit zu individuellem Austausch. PD Dr. Dennis Sölch (Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf). Eintritt frei! Mit freundlicher Unterstützung der Sparkasse Freiburg-Nördlicher Breisgau.

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